Berlin

Baukosten für Akademie explodieren

Beim Richtfest 2002 ahnte man noch nicht, was blühen würde

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14. April 2004 Die Baukosten für den Neubau der Berliner Akademie der Künste am Pariser Platz sind auf ungeahnte Höhen gestiegen. Statt der ursprünglich veranschlagten 38,5 Millionen Euro wird der Bau jetzt 17,7 Millionen Euro mehr und damit insgesamt 56 Millionen Euro kosten, teilte eine Sprecherin der Berliner Bauverwaltung am Mittwoch der dpa mit. Sie bestätigte damit einen Bericht der „Berliner Zeitung“ (Mittwoch).

Die Haushalts- und Kulturexpertin der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus nannte die „unkontrollierte Kostenexplosion“ einen Skandal. „Damit kostet diese kleine Akademie fast so viel wie Daniel Libeskinds anspruchsvoller Bau für das Jüdische Museum in Berlin“, sagte Alice Ströver der dpa.

Noch im vergangenen Jahr habe der damalige Bausenator Peter Strieder (SPD) von Mehrkosten in Höhe von nur 6,5 Millionen Euro Kosten gesprochen. Jetzt habe er in einer Sitzung des Hauptausschusses vor Ostern noch einmal 11 Millionen mehr für den Neubau gefordert „nach nochmaliger Prüfung und nunmehr echter Feststellung des Mehrbedarfs“.

Überforderte Bauverwaltung

Die Bauverwaltung sei ganz offensichtlich mit dem Projekt überfordert gewesen, kritisierte die Grünen-Politikerin, die auch Vorsitzende des Kulturausschusses des Abgeordnetenhauses ist. „Im Bereich der anspruchsvollen Kulturbauten funktioniert die Kontrollaufgabe in der Bauverwaltung definitiv nicht.“ Eine Sprecherin der Bauverwaltung berief sich auf eine Senatsvorlage zu den Mehrkosten, über die kürzlich entschieden worden sei. „Wir hatten ja schlicht und ergreifend eine Baufirma, die von einem Tag auf den anderen aufgehört hat zu bauen, da entstehen alleine schon gewaltige Mehrkosten.“

Das Land Berlin wolle zudem die Baufirma auf Schadenersatz von mindestens acht Millionen Euro verklagen. Die Akademie der Künste war zu Jahresbeginn vom Bund übernommen worden. Der im vergangenen Jahr wegen des Streits um die Baukosten ins Stocken geratene Neubau von Günter Behnisch am Pariser Platz soll nach mehrmaligen Verschiebungen im Frühjahr 2005 eröffnet werden.

Text: dpa
Bildmaterial: dpa

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