19. März 2004 Einst hatte sich Stefan Raab keck Alf Igel genannt und sägte frech - und mit hilfe eines glamourösen Guildo Horn - am Grand-Prix-Thron des ewigen Ralph Siegel. Inzwischen ist nicht nur viel Wasser die Schwentine hinabgeflossen. Die deutsche Vorauswahl des europäischen Schlagerwettbewerbs, jene kuriose Nische seltsamer Sangeskunst, ist hemmungslos geplündert, gebrandschatzt und in den Ruinen der einst heilen Welt wiederbelebt worden, ohne sich seitdem vom Krankenlager zu erheben.
Der Wettstreit hat seinen Namen gewechselt und heißt fürderhin Eurovision Song Contest - kurz, schön und jedem Computernutzer vertraut, mit ESC abgekürzt. Die Vorauswahl ist von der Schwentine an die Spree gezogen, heißt jetzt - Kunststück! - Germany 12 Points und kann an diesem Freitag abend im Ersten bestaunt werden. Und es scheint, als hätten die letzten Hoffnungslosen und Hoffnungsträger des deutschen Musikmarktes, Wir sind Helden einmal ausgenommen, in dieser Nische Zuflucht gesucht, um sich vielleicht nicht gleich an der Einschaltquote, zumindest aber aneinander zu wärmen.
Der neue Ralph Siegel
Was kommt da auf uns zu? Was geht an uns vorüber? Klassisch-kühn wird Westbam Dancing With The Rebels empfehlen, der Herzensmann Laith Al-Deen wird "Höher" wollen und Tina Frank nur eins: "Ich schenk' dir mein Herz". Mia sollen sich um ihr "Hungriges Herz" sorgen, Patrick Nuo ("Undone") wird noch nicht fertig sein, und Scooter sind mit dem Ausruf "Jigga Jigga!" für den Wettstreit gemeldet. Overground haben sich nicht nur überirdisch umgesehen, sondern wollen den "Letzten Stern" besingen, während es Sabrina Setlur schlicht um "Liebe" und Wonderwall um "Silent Tears" gehen soll.
Der neue Fixstern am Schlagerhimmel in der Nachfolge des großen Ralph Siegel aber ist Stefan Raab. Er hat in seiner Fernsehsendung einem eigenen Kandidaten auf die Beine und in die Charts geholfen, der es erwartungsgemäß gar nicht abwarten kann: Can't Wait Until Tonight wird Max zum besten geben, und wir können uns ihm nur anschließen.
Bildmaterial: AP, dpa/dpaweb, dpa-Zentralbild
Das Pariser Grand Palais entdeckt den deutschen Expressionisten Emil ![]()
Die Weltwirtschaftskrise als Chance: Blick in amerikanische Zeitschriften:
Nicht nur im Vorgarten der Geschichte: der deutsche Historikertag in Dresden
Ein Besuch der Dreharbeiten zu dem Katastrophenfilm Der Vulkan
Soll ich das Buch etwa noch einmal lesen?Leser fragen, Marcel Reich-Ranicki erklärt die![]() | ![]() |
Agenten, Aufleger und AmateureDie neuen Filme in den deutschen Kinos: Bild für Bild zum![]() | ![]() |