Die Sachbücher des Herbstes

Mit Disziplin zur Freiheit

Wie hält man Zornkollektive auf?

Wie hält man Zornkollektive auf?

05. Oktober 2006 Fundamentalismus und Terrorismus stellen den westlichen Wertekanon zunehmend in Frage. Unsere Freiheit scheint bedroht wie lange nicht, und es ist ein dominierendes Thema der Herbstneuerscheinungen, wie dieser Bedrohung zu begegnen ist.

Die Antworten sind durchaus überraschend. So George Steiners Aufruf zum anarchischen Denken, Peter Sloterdijks Wiederentdeckung des gerechten Zorns oder Bernhard Buebs Loblied auf die Disziplin. Fünf Leseempfehlungen aus der Literaturbeilage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: REUTERS

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„Zorn und Zeit“ von Peter Sloterdijk

Wenn ganze Kulturen sich beleidigt fühlen

Vor den neuen Zornkollektiven der Beleidigten, die sich gerade in den islamischen Ländern formieren, beschützt uns keine Kälte. Wir selbst müssen einen gerechten Zorn entwickeln - so Peter Sloterdijk in seiner neuen, gewaltig erzählten Zeitanalyse.

Vor den neuen Zornkollektiven der Beleidigten, die sich gerade in den islamischen Ländern formieren, beschützt uns keine Kälte. Wir selbst müssen einen gerechten Zorn entwickeln - so Peter Sloterdijk in seiner neuen, gewaltig erzählten Zeitanalyse.

„Warum Denken traurig macht“ von George Steiner

Die Kultur der Freiheit

Dem großen George Steiner ist mit seinem Alterswerk „Warum Denken traurig macht“ etwas ganz Außergewöhnliches gelungen. Auf siebenundsiebzig Seiten definiert er, worin unsere Kultur der Freiheit besteht. Das Buch ist eine Antwort auf die fundamentalistische Zumutung.

„Lob der Disziplin“ von Bernhard Bueb

Hic, haec, hoc, der Lehrer mit dem Stock

Schulen und Universitäten haben versagt bei der Vermittlung von Fertigkeiten, die wir für die moderne Welt benötigen. Es mangelt an Disziplin, sagt der ehemalige Internatsdirektor Bernhard Bueb - und stimmt ein Lob auf selbige an.

„Zeit“ von Stefan Klein

Die Zeitsparkasse gleicht der Rentenkasse

In nur zwanzig Prozent unserer Arbeitszeit erzielen wir achtzig Prozent der Ergebnisse. Generalstabsmäßige Zeitplanerei hilft also nicht beim Zeitsparen - sagt der Wissenschaftsjournalist Stefan Klein in einem wunderschönen Buch über das verrinnende Etwas.

Reportage von Chen Guigi und Wu Chuntao

Die Ohnmacht ist der Sprengstoff

Chinas Bauern leben in unerträglicher Armut und in empörender Ohnmacht gegenüber den Handlangern des Staates. Chen Guidis und Wu Chuntaos große Reportage über ein Millionenheer von Armen. Wird es sich in Bewegung setzen?