Musikpreise

Avril Lavigne triumphiert beim „Comet“ - Manson-Drummer stürzt schwer

25. September 2004 Der Auftritt des amerikanischen Schock-Rockers Marilyn Manson sollte ein glanzvoller Höhepunkt der zehnten „Comet“-Verleihung am Freitagabend in Köln werden: Doch dann stürzte der Schlagzeuger des in einem teuflisch-roten Anzug auftretenden Stars bei dem Song „Personal Jesus“ von der hochgefahrenen Bühne und zog sich eine Gehirnerschütterung zu.

Die Jubiläumsparty mußte unterbrochen werden, für 20 Minuten beherrschte nicht Partylaune, sondern Ungewissheit über den Ausgang des Unglücks die Stimmung in der Halle. Ansonsten präsentierte sich die Musik-Gala als ausgelassenes Fest, bei der die kanadische Rocksängerin Avril Lavigne für die größte Überraschung des Abends sorgte. Die erst 19-Jährige setzte sich in der Kategorie „Bester internationaler Künstler“ durch und stach damit Top-Stars wie Robbie Williams und Britney Spears aus.

Ganz lässig nahm die in olivgrünen Schlabberhosen und schwarzem Kapuzenpulli gekleidete Rockgöre den Preis entgegen. Am Ende des Abends bedankte sie sich mit einem Live-Auftritt vor rund 14 000 begeisterten Fans in der KölnArena.

HipHop stark vertreten

Stark vertreten war in diesem Jahr auch HipHop-Musik: Der Berliner Rapper Sido - wie immer mit Maske über dem Gesicht - wurde als bester nationaler Newcomer geehrt. In der Kategorie „Video National“ setzten sich die Fantastischen Vier mit dem Clip zu ihrer Erfolgssingle „Troy“ durch. Als bestes internationales Video wurde „Bad Day“ von R.E.M. ausgezeichnet.

Die Trophäe in der Kategorie „R'n'B/HipHop“ ging an die Black Eyed Peas, die im vergangenen Jahr mit dem Album „Elephunk“ ihren Durchbruch in den Charts geschafft hatten. Den Preis als beste deutsche Band sicherte sich das Berliner Duo Rosenstolz, das live ein Medley der Hits „Liebe ist alles“ und „Willkommen“ präsentierte.

Zahlreichen Auftritte internationaler Musikgrößen

Glanz verliehen der Gala die zahlreichen Auftritte internationaler Musikgrößen: Ob Rocker Bryan Adams oder Popsängerin Nelly Furtado im Duett mit den Sportfreunden Stiller: die „Comet“-Verleihung, die erstmals ohne Anbindung an die nach Berlim umgezogene Musikmesse Popkomm und das Kölner Ringfest stattfand, lockte auch in diesem Jahr mit vielen Stars. „Wir haben es geschafft, wieder eine hochkarätige Veranstaltung auf die Beine zu stellen“, sagte Viva-Programmdirektor Stefan Kauertz. Allerdings war auffällig, daß bis auf Sido alle ausgezeichneten Künstler auch als Live-Act gebucht worden waren.

Wenige Akzente setzten dagegen die Schauspieler Wolke Hegenbarth und Ralf Bauer, die gemeinsam durch den Abend führten. Zu blaß und ohne Witz blieben ihre Anmoderationen. Auf originelle Weise bedankten sich viele Preisträger: Der als bester nationaler Künstler ausgezeichnete Dick Brave - hinter ihm verbirgt sich der deutsche Sänger Sacha in seiner Rolle als kanadischer Rock'n'Roller - stimmte mit seiner Band The Backbeats ein a Capella gesungenes „Thank You“ an. Stefan Raab sang gemeinsam mit Bully Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian eine Ukulelen-Version des Hits „Space Taxi“ zur Kinokomödie „(T)Raumschiff Surprise“. Sie erhielten einen Spezialpreis für den besten Filmsong.



Bildmaterial: dpa/dpaweb

 
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche