Musikpreise

Beyoncé Knowles als große Grammy-Gewinnerin

Goldig: Beyoncé Knowles mit all ihren Preisen

Goldig: Beyoncé Knowles mit all ihren Preisen

09. Februar 2004 Soulsänger Luther Vandross hat bei der Grammy-Verleihung in Los Angeles vier Preise gewonnen, darunter den für „Dance With My Father“ als Song des Jahres. Beyoncé Knowles wurde am Sonntag für ihr Solo-Debütalbum „Dangerously in Love“ mit fünf Preisen ausgezeichnet. In der Kategorie Album des Jahres siegten OutKast für „SpeakerBoxxx/The Love Below“, die mit sechs Nominierungen als Favoriten galten.

Justin Timberlake, der am vergangenen Wochenende beim Football-Finale Superbowl für einen Skandal gesorgt hatte, erhielt zwei Grammys. Vandross erhielt weitere Preise für das beste R&B-Album und die beste R&B-Darbietung sowie für die beste R&B-Gesangsleistung als Duo mit Beyoncé für die Coverversion von „The Closer I Get To You“. Vandross hat im April vergangenen Jahres einen Schlaganfall erlitten und konnte deshalb nicht an der Verleihung teilnehmen. „Ich möchte allen für eure Liebe und eure Unterstützung danken“, sagte ein geschwächt wirkender Vandross in einer Videobotschaft.

Grammy-Rekord von Beyoncé Knowles

Beyoncé Knowles stellte den Rekord für Künstlerinnen von Alicia Keys, Norah Jones und Lauryn Hill ein, die in der Vergangenheit ebenfalls je fünf Grammys erhielten. „Das ist unglaublich. Mein Auftritt hat mir eigentlich schon gereicht“, sagte Beyoncé. Popstar Prince hatte die 46. Grammy-Verleihung im Staples Center zuvor mit seinem 20 Jahre alten Erfolgstitel „Purple Rain“ eröffnet, wenig später stieß Beyoncé hinzu und sang im Federrock, unter dem ein pinkfarbenes Höschen hervorspitzte, zunächst gemeinsam mit Prince und dann alleine. Zwei Grammys entfielen auf ihren Hit „Crazy in Love“, einmal als bester R&B-Song und einmal für die beste Rap/Gesangs-Zusammenarbeit. Der Freund der ehemaligen Destiny's-Child-Sängerin, Jay-Z, erhielt für seine Mitarbeit an dem Titel ebenfalls zwei Grammys. Die drei anderen Grammys bekam Beyoncé für die beste weibliche Leistung im Bereich R&B, für das beste zeitgenössische R&B-Album und für „The Closer I Get To You“ mit Luther Vandross.

Timberlake bedauerte den Zwischenfall beim Superbowl, als im Duett mit Janet Jackson für Sekunden eine ihrer Brüste entblößt zu sehen war. „Was da passiert ist, war unbeabsichtigt, absolut bedauerlich, und ich entschuldige mich, wenn ich euch gekränkt habe“, sagte er. Wegen des Skandals strahlte der Sender CBS die Grammy-Show um fünf Minuten zeitversetzt aus. Ähnlich Vorkommnisse hätten dann zensiert werden können. Janet Jackson, die ursprünglich bei der Grammy-Zeremonie anwesend sein sollte, wurde nach Angaben ihres Managements zunächst ausgeladen, später aber wieder eingeladen. Daraufhin habe sie selbst abgesagt. Ein Vertreter der Grammy-Show sagte dagegen, Jackson sei stets willkommen gewesen, sie habe es aber selbst vorgezogen, der Veranstaltung fernzubleiben.

Preise für drei verstorbene Künstler

OutKast erhielten einen weiteren Grammy für „Hey Ya!“ als beste Urban/Alternative Perfomance. Rapper 50 Cent ging trotz fünf Nominierungen leer aus. Weitere Mehrfachgewinner waren Jack White von The White Stripes und Eminem mit je zwei Grammys sowie Bluegrass-Sängerin Alison Krauss mit drei. Zu den Preisträgern zählten auch drei im vergangenen Jahr verstorbene Künstler. Country-Legende Johnny Cash erhielt gemeinsam mit Produzent Mark Romanek einen Grammy für das beste Kurzvideo mit dem Song „Hurt“. Cashs Frau June Carter, die wenige Monate vor ihm starb, wurde für das posthum veröffentlichte „Wildwood Flower“ als bestes traditionelles Folkalbum sowie für den besten weiblichen Countrygesang geehrt. Songwriter Warren Zevon gewann einen Grammy für „The Wind“ als bestes zeitgenössisches Folkalbum. Zevon hatte das Album in seinen letzten Lebensmonaten vollendet, bevor er einem Lungenkrebsleiden erlag.

Der deutsche Bariton Thomas Quasthoff hat einen Grammy als bester klassischer Solist gewonnen. Seine Einspielung von Schuberts Liedern, zusammen mit der Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter und begleitet von dem Europäischen Kammerorchester unter Leitung von Claudio Abbado, überzeugte die Jury.

Die weiteren deutschen Hoffnungen auf einen Erfolg der SWR-Big-Band oder des Schlagerkomponisten Michael Holm mit seiner in den Vereinigten Staaten erfolgreichen New-Age-Musikgruppe Cusco erfüllten sich nicht, sie gingen leer aus.

Die in 105 Kategorien vergebenen Auszeichnungen sind die wichtigsten Preise der amerikanischen Musikindustrie.

Text: AP
Bildmaterial: AP, dpa

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