05. August 2003 Der schwedische Regisseur Ingmar Bergman will seinen neuen Spielfilm Saraband möglicherweise nicht für das Kino freigeben. Wie der Regieassistent des 85-Jährigen, Torbjörn Ehrnvall, am Dienstag in Stockholm mitteilte, ist Bergman mit der technischen Qualität unzufrieden. Vor einer endgültigen Entscheidung müsse aber die Überführung des im modernen Fernsehformat HDTV aufgenommenen Filmes auf das für die Filmleinwand vorgesehene 35-Millimeter-Format abgeschlossen werden.
Als unrichtig bezeichnete Ehrnvall schwedische Medienberichte, wonach Bergman aus Verärgerung über mangelhafte technische Qualität seinen Film bereits endgültig vom Ende August beginnenden Filmfestival Venedig zurückgezogen habe. Dort war Saraband als einer der Hauptattraktionen außerhalb des Wettbewerbs angekündigt. Die Meldungen könnten schon deshalb nicht zutreffen, weil Bergman nie eine entsprechende Zusage für die 60. Filmbiennale gegeben habe.
Der Meisterregisseur hatte seinen ersten Spielfilm seit Fanny und Alexander (1983) als Fortsetzung des Welterfolges Szene einer Ehe gedreht und dabei erneut mit den damaligen Hauptdarstellern Liv Ullmann (64) und Erland Josephson (80) zusammengearbeitet.
Bereits bei der Entgegennahme eines Preises für Filmarchivierung im Frühsommer hatte Bergman erklärt, er bereue, dass er sich auf das hochmoderne HDTV-Format beim Drehen eingelassen habe. Unter anderem hätten die verfluchten Kameras nicht funktioniert. Trotzdem sei Bergman jetzt mit der technischen Qualität der TV-Fassung völlig zufrieden, berichtete sein Assistent Ehrvall. Sie soll im November in Schweden sowie in zahlreichen anderen europäischen Ländern gezeigt werden soll.
Zu seinem 85. Geburtstag am 14. Juli hatte der 1997 in Cannes mit der Goldenen Palme aller Palmen geehrte Schwede erklärt, er werde nun alle Aktivitäten als Regisseur am Theater und beim Film einstellen.
Text: dpa
Bildmaterial: epa
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