25. Juli 2005 Der Jazz-Musiker Albert Mangelsdorff ist tot. Der Posaunist starb am Montag im Alter von 76 Jahren nach längerer schwerer Krankheit in seiner Heimatstadt Frankfurt am Main, wie die Stadtverwaltung bestätigte.
Mangelsdorff, einer der Erneuerer des deutschen Jazz nach dem Zweiten Weltkrieg, war Mitbegründer des United Jazz & Rock Ensemble. Berühmt wurde er mit seinem speziellen Stil auch in den Vereinigten Staaten.
Mangelsdorff blieb seiner Heimatstadt treu
Mangelsdorff verlieh dem Posaunenspiel mit seiner Mehrstimmigkeit - den Multiphonics - neue Dimension. Zwei Mal war Mangelsdorff auf Solo-Tournee in den Vereinigten Staaten - eine größere Auszeichnung kann es für einen europäischen Jazzer kaum geben.
Zeitweise hatte er überlegt, nach Amerika überzusiedeln. Doch schließlich blieb er seiner Heimatstadt treu.
Lehrer an der Frankfurter Oper
An der Seite seines drei Jahre älteren Bruders Emil war er schon im Alter von 12 Jahren dem Jazz verfallen. Beide hörten im Zweiten Weltkrieg die damals verbotene Musik der Feindsender. Nach dem Krieg wurde Mangelsdorff Berufsmusiker in einer Big Band, die vor allem in den Clubs der amerikanischen Armee spielte. Über die Gitarre und die Geige kam er schließlich 1947 zur Posaune.
Der damalige Soloposaunist wurde Lehrer an der Frankfurter Oper. 1957 übernahm Mangelsdorff die Leitung des Jazz-Ensembles des Hessischen Rundfunks, 1961 gründete er sein eigenes Quintett, mit dem er im Auftrag des Goethe-Instituts durch Asien tourte. Am 5. September wäre Mangelsdorff 77 Jahre alt geworden.
Text: dpa
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