15. Dezember 2005 Das Online-Lexikon Wikipedia ist nach einer Untersuchung des britischen Fachjournals Nature kaum schlechter als die Encyclopaedia Britannica. Die Zeitschrift hatte 42 Artikel der beiden Werke durch Experten vergleichen lassen, ohne daß diese wußten, aus welcher Enzyklopädie der Artikel stammt.
Bei Wikipedia gibt es im Gegensatz zur Encyclopaedia Britannica keine Redaktion. Jeder darf neue Artikel veröffentlichen und bestehende verändern. Bei Wikipedia fanden die Experten durchschnittlich vier Fehler pro Artikel, bei der Encyclopaedia Britannica waren es drei. Insgesamt entdeckten die Prüfer 162 Fehler bei dem Internetprojekt und 123 bei der Encyclopaedia Britannica. Nicht weniger als 19 Fehler fanden die Experten beispielsweise in einem Wikipedia-Artikel über den russischen Chemiker Dimitri Mendelejew. Die Enzyclopaedia Britannica erlaubte sich 8 Fehler. 10 Fehler entdeckten die Prüfer in einem Britannica-Text über den britischen Physiker Paul Dirac. Bei Wikipedia waren es 9.
Wikipedia erscheint in mehr als 100 Sprachen. Die englische Version ist mit derzeit mehr als 850.000 Artikeln die größte, gefolgt von der deutschen Ausgabe mit rund 324.000 Beiträgen. Die Online-Enzyklopädie war in den vergangenen Wochen wegen eines fehlerhaften Artikels über den amerikanischen Journalisten John Seigenthaler in die Kritik geraten. Die Artikel bei Wikipedia können mehr oder weniger anonym verfaßt und verändert werden, während sich bei der Enzyclopaedia Britannica eine Redaktion für die Texte verantwortlich zeigt.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa/dpaweb
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