17. Juni 2003 Die amerikanische Schriftstellerin Susan Sontag erhält den diesjährigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Das gab der Stiftungsrat am Dienstag in Frankfurt am Main bekannt. Die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 12. Oktober im Rahmen der Frankfurter Buchmesse übergeben.
Mit Sontag werde eine Autorin geehrt, die in einer Welt der gefälschten Bilder und der verstümmelten Wahrheiten für die Würde des freien Denkens eintrete, wurde die Entscheidung begründet. Sonntag habe mit ihrem erzählenden und essayistischen Werk, den Begriff und den Wert der westlichen Kultur untersucht und verteidigt, hieß es weiter. Durch ihre Arbeit, die nie das europäische Erbe aus dem Blick verlor, sei sie zu der prominentesten intellektuellen Botschafterin zwischen Europa und Amerika geworden.
In ihrer Heimat umstritten
Die 70-jährige New Yorkerin war in ihrer Heimat in die Kritik geraten, weil sie nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 Politikern und Medien eine Verdummung der Öffentlichkeit vorgeworfen hatte. In ihrem neuesten Buch Das Leiden anderer betrachten, das im August erscheint, beschäftigt sich Susan Sonntag mit der Kriegsfotografie.
Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels wird seit 1950 alljährlich überreicht. Ausgezeichnet wird eine Persönlichkeit, die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen hat.
Text: AFP, ddp
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