06. Oktober 2006 Der Schriftsteller Günter Grass wirft dieser Zeitung eine Verletzung des Urheberrechts vor und hat einen Antrag auf Einstweilige Verfügung gestellt. Die F.A.Z. hatte zwei Briefe von Grass an den früheren Wirtschaftsminister Karl Schiller abgedruckt. Darin appellierte Grass an den Politiker, seine NS-Vergangenheit offenzulegen.
Die Briefe seien persönlich gewesen und hätten nicht publiziert werden dürfen, sagte Grass am Freitag auf der Frankfurter Buchmesse. Das öffentliche Interesse an diesen Briefen ist evident, erklärte F.A.Z.-Geschäftsführer Roland Gerschermann. Es gehe um die Glaubwürdigkeit der öffentlichen Person Grass. Dieser habe die Debatte durch sein verspätetes Bekenntnis, Mitglied der Waffen-SS gewesen zu sein, selbst ausgelöst. Grass habe durch das von ihm redigierte Interview in dieser Zeitung die Öffentlichkeit über seine Vergangenheit informieren wollen.
Text: F.A.Z.
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