24. November 2009 Die spanische Polizei hat ein Dopingnetz aufgedeckt und rund ein Dutzend Verdächtige festgenommen. Unter ihnen seien mehrere Ärzte und Apotheker, die verbotene Mittel wie Epo und Wachstumshormone an Sportler verabreicht hätten, teilten die Behörden am Dienstagabend in Madrid mit. In den Skandal soll auch der spanische Leichtathlet Francisco Javier Fernández verwickelt sein. Der 32-Jährige ist zweifacher Europameister im 20-Kilometer-Gehen und hatte bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen die Silbermedaille gewonnen. Fernández, der selbst nicht festgenommen wurde, wies die Vorwürfe in einer Erklärung zurück. Ich habe nie etwas mit Doping zu tun gehabt und bin deshalb ganz gelassen. Er werde nun die Ergebnisse der Ermittlungen abwarten.
Das Netz soll in Barcelona, Valencia, Murcia und Granada aktiv gewesen sein. Zu den Festgenommenen zählt nach Medienberichten auch ein peruanischer Sportarzt, der früher für den Radrennstall Kelme tätig gewesen sein soll. Bei einer Durchsuchungsaktion seien in dessen Klinik in Valencia Dopingmittel sichergestellt worden.
Im Mai 2006 war Spanien von dem bislang größten Dopingskandal in der Radsport-Geschichte erschüttert worden. In der sogenannten Operación Puerto (Operation Bergpass) hatte die Polizei damals im Labor des mutmaßlichen Dopingarztes Eufemiano Fuentes rund 100 Blutproben sichergestellt. Mehr als 50 Radprofis gerieten daraufhin in Dopingverdacht.
Text: dpa
Bildmaterial: dpa