03. Juli 2009 Die 96. Tour de France führt vom kommenden Samstag an über 21 Etappen und 3500 Kilometer von Monte Carlo nach Paris. Zwei Einzelzeitfahren, ein Mannschaftszeitfahren und drei Bergankünfte stehen auf dem Programm. Was den Kampf gegen Doping betrifft, so hat der Radsport-Weltverband das am besten kontrollierte Event der Sport-Historie angekündigt. Insgesamt sollen 500 Doping-Proben genommen werden. 50 Profis werden sich besonderer Aufmerksamkeit erfreuen: Spitzenfahrer und andere, die in der Vergangenheit auffällig geworden sind. Bei der Auswahl sollen die Ergebnisse der im vergangenen Jahr eingeführten biologischen Blutpässe einfließen, angestrebt werden intelligente Zielkontrollen.
Was das Sportliche betrifft, so wird Alberto Contador das Rennen machen - wenn es nach den Buchmachern geht. Der 26 Jahre alte Spanier hat bereits alle drei großen Rundfahrten gewonnen: die Tour de France 2007, den Giro d'Italia und die Spanien-Rundfahrt 2008. Contador geht als Kapitän des skandalumwitterten Astana-Teams ins Rennen. Sollte er Schwächen zeigen, stünden in seiner Equipe weitere Siegfahrer bereit: Lance Armstrong, der siebenmalige Tour-Sieger, der mit 37 Jahren sein Comeback feiert, aber auch der Deutsche Andreas Klöden und der Amerikaner Levi Leipheimer. Wie im gesamten Team Astana, das im vergangenen Jahr von der Tour de France ausgeschlossen blieb, fährt auch bei Contador der Zweifel mit: Er soll Kunde des Madrider Doping-Arztes Fuentes gewesen sein; in dessen Akten spielt das Kürzel A.C. eine nicht zu übersehende Rolle.
Valverde darf nicht mitfahren
Weitere Fahrer, die sich Hoffnung auf einen vorderen Platz machen, sind Vorjahressieger Carlos Sastre (Cervelo), mit 34 Jahren einer der Routiniers im Feld. Auch dem knorrigen Australier Cadel Evans, 32 Jahre alt und für das Team Silence-Lotto unterwegs, werden Chancen eingeräumt, Gleiches gilt für den aktuellen Giro-Sieger, den 31 Jahre alten Russen Denis Menschow (Rabobank). Auch Linus Gerdemann vom deutschen Pro-Tour-Team Milram wurde ursprünglich zu den aussichtsreichen Fahrern gezählt. Er war bereits 2007 für einen Tag ins Gelbe Trikot geschlüpft. Als Milram-Kapitän sollte er, so die Hoffnung seines Rennstalls, bei der diesjährigen Tour um die Spitze mitfahren, doch die letzten Formtests fielen ernüchternd aus. Die Tour de Suisse beendete Gerdemann auf Platz 41.
Ein Fahrer, der als Tour-Sieger in Frage gekommen wäre, ist nicht am Start. Der spanische Weltranglistenerste Alejandro Valverde ist in Italien wegen Dopings gesperrt. Damit hätte er spätestens vor der 16. Etappe, wenn die Tour einen Abstecher nach Italien macht, aussteigen müssen. Sein Team Caisse d'Epargne verzichtete deshalb auf seine Nominierung.
Text: F.A.S.
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