05. Juli 2009 Werfer-Trainer Werner Goldmann soll einen neuen Vertrag vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) erhalten. Wir sind dabei, auf arbeitsgerichtlicher Ebene eine Vergleichsmöglichkeit zu finden, sagte am Sonntag DLV-Generalsekretär Frank Hensel am Rande der deutschen Meisterschaften in Ulm zu einem entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins Focus. Wir haben gegenüber Herrn Goldmann Bedingungen formuliert. Ich denke, dass wir in den nächsten sieben Tagen eine Lösung finden, sagte Hensel. Es handele sich um einen Kontrakt mit klar definierten Rahmenbedingungen, die aber nicht mehr verhandelbar sind.
Eine Einigung würde auch ein Ende des derzeit laufenden Arbeitsgerichtsprozesses bedeuten. DLV-Präsident Clemens Prokop bestätigte in Ulm, dass sein Verband ein Angebot vorgelegt habe, ließ nähere Details aber offen: Wir sind nach wie vor in Gesprächen miteinander und haben einen Vorschlag unterbreitet, der von Herrn Goldmann aber noch nicht angenommen worden ist. Ich halte es für unsinnig, jetzt jeden Schritt von uns zu kommentieren.
Der DLV will den Fall unbedingt vor den am 15. August beginnenden Weltmeisterschaften in Berlin vom Tisch haben. Der zum Jahresende 2008 ausgelaufene Vertrag Goldmanns war nicht verlängert worden. Grundlage für eine Wiedereinstellung des Berliners ist die Empfehlung der Anti-Doping-Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Der ehemalige Bundestrainer und Heim-Coach des WM-Zweiten im Diskuswerfen, Robert Harting, hatte eingestanden, dem früheren Kugelstoßer Gerd Jacobs verbotene Mittel verabreicht zu haben. Die Empfehlung des DOSB ist wegweisend, aber keine Verpflichtung für uns, hatte DLV-Präsident Clemens Prokop erklärt. Goldmann hatte noch vor den Olympischen Spielen in Peking im vergangenen Jahr eine sogenannte Ehrenerklärung unterschrieben, in der er erklärt hatte, niemals Dopingmethoden praktiziert zu haben.
Goldmann gehörte bereits bei der Team-Europameisterschaft vor knapp zwei Wochen in Portugal bereits zum Trainerstab. Der ehemalige DDR-Athlet Jacobs, der heute mit einem Spenderherz lebt, sagte im Focus: Unfassbar - Goldmann hat sich nicht mal bei mir entschuldigt. Und kein DDR-Dopingopfer erhält bis heute eine Entschädigungsrente.
Text: FAZ.NET
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