Leider stimmt die Schlagzeile nicht mit dem Text..
Denn Herr Sinkewitz ist ein Betrüger, er hat gedopt, er hat ehrliche Sportler betrogen. Und jetzt möchte er nicht bestraft werden.
Und er möchte zur Familie wieder dazugehören... zu welchem Teil, das sagt er nicht. Zu den Betrügern, oder zu den wenigen sauberen Radfahrern? Gibt es solche noch? Gab es die jemals?
Ich finde es gut, dass er es zugibt, aber nirgendwo ein bisschen Bedauern. Und Frau Simeoni schreibt nirgendwo, dass der "dumme" Ehrliche der saubere Sportler ist. Schade
Wenn Herr Sinkewitz seine persönliche Integrität - und vor allem in seinen eigenen Augen - wiederherstellt, ist das wichtig. Was zählt denn schon, was Medien und lesendes Publikum wie ich zu einem untypisch ehrlichen Radsportschicksal schwätzen? Wichtigste Instanz ist das eigene Gewissen.
Da kann der Radsportverband und der Rest der Szene ihn noch so sehr für verbrannt halten. Ich wünsche ihm, dass er aus Wut und gutem Gewissen die Kraft gewinnen kann, nochmals erfolgreich Rennen zu fahren. Und in jedem Fall eine gute Zukunft nach der Aktivenzeit.
"Proditionem amo, sed proditores non laudo
[Den Verrat liebe ich, aber die Verräter lobe ich nicht]".
Diese uralte Binsenweisheit hätte Herr S. vorher bedenken sollen!
Als Fuldaer Radfahrer und Sportmediziner beobachte ich die Jagd auf Sinkewitz aus den Augenwinkel. Ich gratuliere Ihnen zu dem einfühlsamen und so scheint es einfühlsamen Bericht. Wenn jemand der großen Zahl, die im Sport dopen, gebüßt hat, dann gehört Sinkewitz sicher dazu. Ich wünsche ihm, dass er seinen Sport wieder wird aufnehmen können und die Leistung auch ohne Doping schafft, die in ihm steckt!
