Nicht nur Gesprächs-Partner: Hagen Boßdorf und Jan Ullrich

Die Doping-Aufklärer von heute sind die Leugner von gestern. Es gibt nicht wenige Sportjournalisten, deren Karriere darauf gründet, dass sie jemanden wie Jan Ullrich zur Lichtgestalt hoch gesendet haben. Von Michael Hanfeld.

Lesermeinungen zum Beitrag

27. Mai 2007 19:23
GEZ, MfS, ...  
Gunter Ki (Gunterli)

Der GEZ-Beitragszahler ist wohl an sich nicht schuld, er ist ja zu der Zwangsabgabe verpflichtet. "Schuldig" wird er als Quotenmacher, auch wenn neben Höchstleistungen auch noch geködert von ordentlich dotierten Ko-Kommentatoren, ganz selbstverständlich steuerfinanziert.
Stasi und DDR-Doping sind heute immer noch beliebte Themen und werden fleißig aufgearbeitet, wie man auch an Herrn Hanfeld sieht, immerhin sind sie zumindest aktiv bereits 17 Jahre Geschichte. Mir scheint das vor allem eine beliebte Ablenkungstaktik von der Gegenwart zu sein. Und dass das BRD-Doping nun auch gestandenermaßen bis in die 80er zurückgeht...
Um es nicht unerwähnt zu lassen, der Radsport wird nur der Anfang sein, Deutschland hoffe ich auch. Von internationalen (Sport-)Organisationen hört man allerdings zum Thema bisher NIX, weder Kritik noch den Gedanken, vor den eigenen Türen zu kehren. Da fehlen wohl noch die offensichtlich notwendigen neuen Besen ..., noch.

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27. Mai 2007 16:21
Und die Hersteller?  
Rudolf Kraus (svkraus)

Was ist mit den Herstellern der Mittelchen? Macht die Pharmaindustrie keine Profite mit den Dopingmitteln? Werden die Radrennfahrer als Versuchskaninchen missbraucht? Warum wird diese unsägliche Kampagne jetzt gestartet und warum nicht schon vor Jahren? Oder erst in einigen Jahren? Wer hat jetzt ein Interesse an der Kampagne? Da gibt es noch einiges zu recherchieren!

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27. Mai 2007 11:32
Das Fernsehen im Dopingsumpf  
Frank Selig (fmselig)

Ihre sachliche Berichterstattung über die Dopingpraktiken im Sport schätze ich seit Jahren. In den sauber recherchierten Berichten und kritischen Kommentaren nennen Sie deutlich Ross und Reiter. Sie liegen richtig, wenn Sie einen Hebel bei Sponsoren und Medien ansetzen. Sie sind es, die in Ihrer Sensations- und Geldgier Helden und Mythen produzieren, um ihr eigenes Produkt, ihr eigenes Salär, das eigene Renomee glänzend und wohlfeil strahlen zu lassen. ARD, Telekom/T-Mobile, alle anderen Teams, die Radsportverbände müssen sich eine Menge Fragen gefallen lassen. Denn: Weggeschaut haben Sie alle.
Deshalb wohl ertönt jetzt zeitgleich mit den Geständnissen der Ruf nach Amnestie. D'accord: Amnestie für alle Vergehen bis 1998. Denn bis zu diesem Zeitraum haben Sie ja angeblich nur gedopt - die Herren in Magenta; und garantiert auch allen weiteren Farben. Eine Frage sei aber noch erlaubt: Wie kommt es, dass die Durchschnittsgeschwindigkeiten auf den großen Rundfahrten weiterhin zunehmen - "nach" der Doping-Ära? Hier offenbart sich der eigentliche Skandal: Mit ihren Geständnissen verschleiern die Herren die eigentliche Wahrheit. Sie dopen noch immer - oder lassen dopen. Tipp dazu: Abschalten!

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27. Mai 2007 11:24
Was war das eigentlich für ein Pulver,  
Steffen Ziemer (sziemer2)

dass gestern während des Pokalfinales in der Verlängerung in die Stuttgarter Trinkbecher gekippt wurde? Der öffentlich-rechtliche kommentator schwieg jedenfalls verdattert. Ich hoffe, Harald Schmidt geht der Sache auf den Grund.

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27. Mai 2007 11:20
Helden der Tour  
Alex Keller (Alexupery)

Deutschland, wie gehst Du mit Deinen Helden um?

Der Vater der grössten Tennisspielerin aller Zeiten muss wegen Steuern(!) ins Gefängnis, der schnellste Mann der Welt steht am Pranger, weil er sich die Marmelade von daheim in die teure Schweiz mitbringt und die überragende 'Lichtgestalt' des deutschen Radsports ist plötzlich ein Verbrecher?

Meine Damen und Herren, die Ihr von Euren bequemen Sofas und wohltemperierten Redaktionsräumen Urteil sprecht: hat sich einer von Euch schon mal nach Alp d'Huez hinaufgequält? Ein Dopingmittel gegen Schmerzen gibt's nämlich noch nicht. Und deshalb ist und bleibt jeder, der die Tour und sich selbst bezwungen hat ein Held!

Dass ein Radler am Ende nur gewinnen kann, wenn er gedopt ist (ja, Lance!) ist zwar traurig, aber Jan Ullrich hat ganz recht: wenn es alle tun, hat er nie jemanden betrogen. Und dass er ein fairer Sportsmann ist, hat er schliesslich oft genug bewiesen.

Deshalb: Schluss mit dem Empörungsjournalismus - laßt uns unsere Grössten lieber richtig feiern!!!

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27. Mai 2007 10:29
Das Fernsehen im Dopingsumpf  
Volkmar Grombein (Solitaire)

Vieleicht machen Sie es sich etwas zu einfach. Was wäre denn passiert, wenn ARD/ZDF vor ein paar Jahren die Tour oder andere " Events" nicht übertragen hätte. In allen anderen Medien wäre man wie Wölfe über die verantortlichen der Sender hergefallen. Das ist doch wirklich ungeheuerlich. Alles ist doch nur Heuchelei. Wie ist es denn zu erklären, daß im letzten Jahr kurz vor der Tour Doping - Vorwürfe gegen deutsche Rennställe in die Medien lanciert wurden, und dieses Jahr exakt das gleiche Spiel.
Wenn wirklich einer nicht gedopt war, oder nicht dopen wolte und deshalb vorne nicht mitfahren konnte, wurde er vermutlich ausgemustert. Er war somit der Doofe.
Anstand? Moral? Ethik? Fehlanzeige, was zählt ist Erfolg, Geld und Macht.

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27. Mai 2007 10:07
Gähn ...  
Peter Sommer (psommer)

Wie schon teilweise richtig bemerkt wurde, ist der Leistungssport nichts anderes als ein Spiegelbild unserer Gesellschaft.

Meine Frau, mein Haus, mein Boot, mein Auto ... Der Zweck heiligt die Mittel. Es kommt nur darauf an, daß man ein Ziel erreicht. Ob man selber oder andere auf der Strecke bleiben, ist sch..egal.

Jeder Interressierte wußte, daß gedopt wird. Schaut doch mal zum derzeitigen Giro: Simoni, Garzelli, Di Luca sind bereits alle wegen Doping gesperrt gewesen. In Italien regt das keinen auf. Denn die kundigen Fans wissen, daß man nur durch die Einnahme von EPO oder Testosteron keinesfalls in die Lage versetzt wird, ein Radrennen - schon garnicht über mehrere Wochen - erfolgreich zu bestreiten.

Der gesamte Leistungssport, über Schwimmen, Kraftsport, nordische Disziplinen, Triathlon ect. ist betroffen. Dies gilt im Übrigen auch für den Amateur- und Freizeitbereich, wie jüngste Studien eindrucksvoll belegen.

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27. Mai 2007 09:22
Der Sport im Dopingsumpf!!!  
Anton Fixmann (tuenness)

Die einzigen Profi-Sportarten die nicht vom Doping unterlaufen wurden sind Kirschkernweitspucken und Luftballon-Hocherfen.
Beim zweiten bin ich mir inzwischen nicht mehr so sicher!
Wer ist schuld daran?
Ganz einfach zu beantworten.
Es ist der schnöde Mammon.
Der schnöde Mammon hat den Sport (in der Bibel zu finden in Mt6,24, Lk16,9/11/13; siehe auch Begriffsbezeichnung in den englischen Wörterbücher oder Wikipedia) mit den Straßen- und/oder Taschendieben, den Gaunern und Neppern eingereiht.
Die Verbrecher, haben die Mafiamethoden verinnerlicht und ihnen eine Aura von Unschuld verpasst, denn "ich habe nichts gewusst" "ich wasche meine Hände in Unschuld (Pillathus?!)" und "leckt mich doch", mein Anwalt boxt mich sowieso raus, so werde weiterhin mein Geld mit Interviews und Autobiographien ("Mein wahres Leben, oder wie ich, Unschuldslahm, gezwungen wurde ..." das Geld der blöden Zuschauern aus der Tasche zu ergaunern) auf mein prall gefülleten Konto weiter fließen.
Es gibt nur eine Lösung und und zwei Massnahmen.
Profisport bojkotieren und das große Geld dafür per Gesetz verbieten.
Denn im direkten Wer-ist-der-grössere-Verbrecher-Vergleich" ist Hoyzer ein "Unschuldslamm"!

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27. Mai 2007 08:22
Deplatzierter Verweis auf Öffentlich-Rechtliche (2)  
Michael Klarner (mkl-bln)

Stellen Sie Ihre Berichterstattung auf eine WAHRHAFTIGE GRUNDLAGE und schreiben Sie in Zukunft dann bitte auch lobend über die Athleten, die "sauber" sind und nicht den Endlauf der Olympischen Spiele erreichen...

Schreiben Sie als Journalisten bitte dann auch in Zukunft kritisch über jene, die - nachgewiesenermassen auf Dopinggrundlage erzielte - Rekorde gebrochen haben und brechen. Ich denke da insbesondere an die Disziplinen Schwimmen und Leichtathletik.

Ansonsten müsste man Ihnen vorhalten, dass auch diese scharf formulierte Kritik nicht mehr ist als ein sensationsheischendes und bigottes Lippenbekenntnis.

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27. Mai 2007 08:14
Deplatzierter Verweis auf Öffentlich-Rechtliche (1)  
Michael Klarner (mkl-bln)

Ich finde ihren Verweis mit der Stossrichtung auf die Öffentlich-Rechtlichen unpassend. Man hat ja gerade den Eindruck, dass sich in Ihre Verurteilung der zweifellos skandalösen Vorgänge mit einer grundsätzliche Antipathie gegenüber einer bestimmten Senderform verbindet... Hat das beklagte Stillschweigen etwas mit den Öffentlich-Rechtlichen zu tun?Diesen Zusammenhang sehe ich nicht.

Im Gegenteil: Wer sich einmal längere Zeit in Nordamerika aufgehalten hat, weiss gerade das "duale System" in Deutschland mit den Öffentlich-Rechtlichen und den rein markt- und werbewirtschaftlich geprägten privaten Sendeanschalten durchaus zu schätzen...

Wahr ist doch vielmehr, dass alle - Öffentlichkeit und Journalisten - die Augen verschlossen und - das möchte man hinzufügen - noch immer verschliessen. Die Wahrheit ist, dass die Weltspitze im Hochleistungssport schon lange nicht mehr ohne Betrug erreichbar ist. Dies gilt sicher nicht nur für den Radsport, sondern auch für die Leichtathletik, das Schwimmen, Gewichtheben usw.

Wenn sie Verlogenheit beklagen, dann gehen Sie doch bitte JETZT schreibend voran und machen Sie als Sportjournalisten auf diesen Umstand AUFMERKSAM.



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27. Mai 2007 01:48
Ausdauersportarten  
Wolfgang Jakob (wolfgangjakob)

So mitten im Mai 2007 wäre es doch mal interessant, bei den Eisschnell-Läufern, den Biathleten und den Langläufern die entsprechenden Kontrollen durchzuführen.

Blutwerte nehmen, auf Asthma prüfen - gerade jetzt, wo Pollenflug doch eigentlich recht einschlägig ist -, und einfach mal über die Finanz die Kapitalflüsse der einzelnen Damen und Herren "Sportler" prüfen lassen.

Unangemeldet und aufgrund des Straftatbestands des Betruges nach Anzeige - der Anfangsverdacht reicht aus - auch ganz leicht machbar. -Wenn gewollt.

Und an die FAZ: In Ihrem Haus sitzen gut 20 Juristen, wenn Sie wirklich aufdecken wollten, warum observieren Sie dann nicht die gesamte dt. Biathlon-Mannschaft?

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27. Mai 2007 01:41
Ach, der Frank Bach :-)  
gisbert heimes (gisbert4)

Nett, von Ihnen zu hören. Lance war der Beste. Aber soll ich Ihnen mal was erzählen?

Vor seinem Cancer ist er bei vier TdF-Starts dreimal ausgeschieden, einmal war er die Nr. 36.

Dann kam er wieder, und aus einem bestenfalls mittelmäßigen Rundfahrer war fortan mit einem Schlag ein siebenfacher Seriensieger geworden, der mit seiner Superiorität die Konkurrenz zu noch verzweifelteren Doping-Anstrengungen verführte.

Lance war der Beste - diese dümmliche, verantwortungs- und witzlose Provokation fällt auf denjenigen zurück, der sie gebraucht.

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26. Mai 2007 23:47
Deutschland im Dopingfieber  
A. Malliki (a.malliki)


Jedem halbwegs denkenden Mensch ist klar, dass die heutigen sportlichen Leistungen ohne Doping gar nicht möglich wären und jetzt werden die Sportler an den Pranger gestellt und verurteilt.

Stellen Sie sich einmal vor, Deutsche Sportler gewännen keine Medailien mehr. Die Nation wäre in einer wirtschaftlichen Krise, mit samt der Regierung.

Es gäbe nur noch bedauernswürdige Meldungen: Hohe Arbeitslosigkeit, Suppenküchen, Kinderarmut, Korruption, Waffenhandel und Kartellbildung.

Gäbe es Doping für Grand Prix Teilnehmer - wären unsere Hoffnungsträger für 2008 schon high und Doping für Volksparteien wird täglich in den Tageszeitungen verabreicht.

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26. Mai 2007 23:20
Armstrong  
Robert Klemme (rklemme)

Ein würdiger Sieger? Da fehlt doch wohl ein Smiley. Ich bin sicher, der Mann war mindestens so gedopt war wie Jan Ullrich. Punkt.

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26. Mai 2007 22:03
@ Frau Dongmann  
Sandra Renn (renn)

Wenn Kristin Otto tatsächlich ein Opfer wäre, hätte sie es ja zugeben können oder sich sogar an den Gerichtsverfahren der anderen DDR-Dopingopfer beteiligen können. Hat sie aber nicht.

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