23. Mai 2007 Fußball-Zweitligaklub SC Freiburg hält trotz der massiven Doping-Anschuldigungen an seinem Mannschaftsarzt Andreas Schmid fest. Wir werden mit ihm auf jeden Fall weitermachen, sagte SC-Präsident Achim Stocker. Für mich ist Andreas Schmid ein Toparzt, der bei uns Toparbeit geleistet hat. Er ist ein angenehmer und fairer Typ. Die Dopingvorwürfe sind für uns unvorstellbar und haben mit Fußball nichts zu tun.
Schmid ist ebenso wie der frühere T-Mobile-Teamarzt Lothar Heinrich mit dem Doping-Geständnis des ehemaligen Profis Bert Dietz erneut in die Schlagzeilen geraten. Schmid ist als Internist für den Sportclub tätig. In persönlichen Erklärungen haben Schmid und Heinrich gegenüber der Leitung des Universitätsklinikums Freiburg die Anschuldigungen zurückgewiesen. In den neunziger Jahren soll Schmid nach Aussagen des früheren belgischen Radsport-Masseurs Jef d'Hont mit Heinrich beim Bonner Rennstall Doping in großem Stil organisiert haben. Nach den jüngsten Anschuldigungen sind die Mediziner vom Freiburger Uniklinikum vorerst freigestellt. Nach Angaben des Uni-Rektors Wolfgang Jäger geschieht dies aus arbeitsrechtlichen Gründen bei vollen Bezügen.
Keine Freiburger nach Peking
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird keine Mediziner der Uniklinik Freiburg für die Olympischen Spiele 2008 in Peking nominieren, die möglicherweise in die von Dietz aufgedeckten Doping-Praktiken im Radsport involviert waren oder sind. Wir wollen ein Olympia-Team haben, das über jeden Zweifel erhaben ist. Wenn die Sache bis zur Nominierung nicht endgültig aufgeklärt ist, werden wir eine Entscheidung treffen, die wir für richtig halten, sagte DOSB-Präsident Thomas Bach.
Auch der Deutsche Behinderten-Sportverband (DBS) hat die Zusammenarbeit mit der Freiburger Uniklinik beendet, nachdem sich die Dopingvorwürfe gegen Ärzte der Klinik erhärtet haben. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung habe der DBS seine Zusammenarbeit mit dem zuständigen Arzt, Prof. Andreas Schmid ausgesetzt, teilte das Präsidium mit. Schmid hatte neben seiner Radsport-Tätigkeit auch das DBS-Aufgebot bei Großveranstaltungen wie den Paralympics 2006 in Turin betreut.
140.000 Euro von der Telekom
Das Universitätsklinikum Freiburg soll im Jahr 140.000 Euro vom Radrennstall T-Mobile für die Zusammenarbeit bekommen haben. Dies berichtet die Badische Zeitung. Der Vertrag habe eine jährliche Laufzeit, die Gelder werden in drei Raten bezahlt. Das Geld gehe an die Abteilung für rehabilitive und präventive Sportmedizin, die damit wiederum die Leistungen der Ärzte als Tarifangestellte vergüte.
Text: FAZ.NET mit dpa, sid
Bildmaterial: dpa