Von Evi Simeoni
15. Mai 2008 Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) hat 1,3 Millionen Dollar für Prozesskosten in der Doping-Auseinandersetzung mit dem amerikanischen Radprofi Floyd Landis aufwenden müssen. Diese Summe entspricht gut fünf Prozent ihres Jahresbudgets (2008: 23,7 Millionen Dollar).
Wie der neue Wada-Präsident John Fahey, ein ehemaliger australischer Finanzminister, auf einer Telefonkonferenz erklärte, werde man versuchen, das Geld von Landis zurückzufordern, sollte er sein Berufungsverfahren vor den letzten Instanz, dem Internationalen Sportgerichtshof (Cas) in Lausanne, verlieren. Der Cas hatte im März in New York eine fünf Tage dauernde Anhörung abgehalten. Ein Urteil wird im nächsten Monat erwartet.
Auch Landis hat bereits eine Million in den Streit investiert
Die Wada hatte sich bereit erklärt, die amerikanische Anti-Doping-Agentur (Usada) in der Auseinandersetzung mit dem nach der 17. Etappe der Tour de France 2006 positiv getesteten Profi finanziell zu unterstützen - im Gegensatz zum Internationalen Radsportverband (UCI), den Faheys Vorgänger Richard Pound für seine Zurückhaltung scharf kritisiert hatte.
Landis, der mit einem deutlich überhöhten Testosteron-Wert überführt worden war, behauptet bis heute, er habe keine Doping-Mittel genommen. Schon vor einem Jahr hatte er erklärt, ihm drohe der Bankrott, weil er bereits eine Million Dollar für seine Verfahren ausgegeben habe, wobei etwa die Hälfte durch Spenden finanziert worden sei. Die Wada wiederum beklagte im vergangenen Herbst schmerzhafte finanzielle Einbußen durch den Verfall des Dollar.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: REUTERS
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