Tour 2008: Sport auf gefährlichem Schlingerkurs

Tour de France

„So macht es keinen Sinn mehr“

Nach dem dritten Doping-Fall und weiteren Verdächtigungen werden Stimmen laut, den „Zirkus“ endlich zu beenden. Für Tour-Chef Prudhomme kommt ein Stopp des Klassikers nicht in Frage: „Doping ist der Feind, nicht eine Sportart.“

Lesermeinungen zum Beitrag

20. Juli 2008 22:29

Warum eigentlich nicht?

Raimund Kohl-Füchsle (RK-F)

Ich war, bin und bleibe der Meinung, dass Profi-Sportler aller Sportarten sich dazu entschieden haben, ihren Körper als Werkzeug einzusetzen. Sie sind erwachsen, mündig - warum also nicht erlauben, sich auch zu dopen? Ich kann nicht erkennen, welchen Sinn ein Dopingverbot bei Profis ergibt. Ein Fuß-, Hand-, Basket- oder-was-auch-immer-Baller, der sich eine schmerzhafte Verletzung zugezogen hat und sich diesen Schmerz via Spritze unterdrücken lässt, dopt auch! Darf man bei erwachsenen Profi-Sportlern nicht einfach auch unterstellen, dass sie wissen was sie tun und wollen was sie tun? Und ist der Leistungssport heutigen Ausmaßes nicht an und für sich medizinisch fragwürdig? Und ist er deshalb schon falsch? Warum machen wir es uns eigentlich so schwer, den Dingen ihren Lauf zu lassen. Werfen wir einen Blick auf die Absatzzahlen von Schmerzmitteln und Antidepressiva, dann lässt sich leicht erkennen, wieviele Bundesbürger sich tagaus tagein dopen, um nur den ganz normalen Alltag zu meistern. Warum dann nicht den Profis, die wissen (können) was sie tun, dasselbe verwehren? Komische Moral ...

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19. Juli 2008 10:55

Was soll die ASO eigentlich noch machen?

Frank Garbe (Frank_Garbe)

Vor der Tour kamen viele Befürchtungen auf die ASO könnte versuchen Dopingfälle zu vertuschen. Jetzt da sie zielgerichtet kontrolliert und hart durchgreift, sollen die Übetragungen von ARD und ZDF abgebrochen werden. Was ist das denn für eine Doppelmoral? Fordert man mit der gleichen Vehemenz die Einstellung aller Fussball-, Schwimm- oder Leichtathlektikübertragrungen? Was ist mit den ganzen Volkmusik- und Schlagersendungen in denen alkoholsüchtige Möchtegernmusiker gezeigt werden? Alles abbrechen? Die Dopingkontrollen bei der diesjährigen Tour sind mit Sicherheit noch nicht perfekt, aber offensichtlich effektiver als fast sonst im Leistungssport und genau aus diesem Grund muß die Berichterstattung weitergehen. Würde man jetzt abbrechen, wäre dies das Signal für den gesamten Leistungssport gar nicht mehr zu kontrollieren, damit ja nichts rauskommt.

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19. Juli 2008 09:54

@ Marco Zeino (Zeini)

Sönke Peters (soenkepeters)

Sehr geehrter Herr Zeino, natürlich ist eher unwahrscheinlich, dass mein Sohnemann mal an den Olympischen Spielen teil nimmt, Wimbledon gewinnt, etc.. Wenn man allerdings vor Doping kapituliert, wie Sie es hier vorschlagen, ist doch aber der Anreiz für ihn, in seiner Sportart einen gesunden Ergeiz zu entwickeln praktisch unmöglich, denn auch ihm wird klar werden, dass er Erfolg nur haben wird, wenn er sich regelmäßig vergiftet. Bei der Legalisierung von Doping wird dieses Geschwür noch mehr wachsen und über den Bereich Profisport hinaus auch immer weiter in die Amateurklassen hinein wuchern. Und wenn man dann in der Dorfliga auch nur noch gedopt mal einen Pokal hohlen kann, wird mein Sohn entweder hinter meinem Rücken dopen oder jeden Sport, der nun mal vom Wettkampf lebt, aufgeben. Daher denke ich, dass der Kampf gegen das Doping letztlich dem Schutz unser Kinder dient. Mit freundlichen Grüßen Sönke Peters

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19. Juli 2008 08:00

Kein Dominator ... außer Cavendish

Wolfram Jäger (wojaeger)

Der Unterschied dieser Tour zu ihren Vorgängern ist, dass es keinen Dominator zu geben scheint - außer Cavendish im Sprint. Riccos Explosivität am Berg hat ihn auf den Rücksitz eines Polizeiautos geführt - ansonsten scheint es so, dass die Klassement-Fahrer leistungsmäßig dicht beieinander liegen, und keiner scheint unschlagbar, jeder könnte einen schwachen Tag haben. Das hat es seit 1998 nicht mehr gegeben, und wenn die Dopingkontrollen dies erreichen, haben sie ihren Zweck erfüllt.

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18. Juli 2008 23:02

Doping freigeben - und was ist mit dem Jugendsport?

gisbert heimes (gisbert4)

Es mag zwar Eltern geben, die für eine Sportkarriere ihrer Kinder alles riskieren würden. Aber die meisten dann wohl doch nicht. Dopingfreigabe würde bedeuten, daß der Sport als solcher mittelfristig ganz verschwinden würde: aus Mangel an Nachwuchs. Die Bedeutung des Sports in der Moderne sollte jedoch nicht unterschätzt werden, und das nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht.

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18. Juli 2008 22:36

Man sollte einfach Doping erlauben.

Marco Zeino (Zeini)

Diese ganze Sache ums Doping ist doch eh eine Farce. Nicht das Doping selbst, sondern das ganze heuchlerische Drumherum mit Kontrollen und der Suggestion, nur die Doper werden erwischt und der Rest ist "sauber". Machen wir uns nix vor. Der gesamte Spitzensport, sei es Fußball, Boxen, Radsport Leichtathletik, Schwimmen und was weiß ich alles, ist FLÄCHENDECKEND verseucht. In voller Breite. Ich bin mir sicher, dass bsp. bei der vergangenen Fußball EM fast ausnahmslos Spieler mitgespielt haben, die zumindest in der Saisonvorbereitung zu Dopingmitteln greifen, die man bei der EM dann natürlich nicht mehr nachweisen kann. Wer das nicht glaubt, den muss man als sehr naiv bezeichnen. Da kann mir keiner was erzählen. Wo Geld drin ist, wird auch immer mir unlauteren Mitteln gearbeitet. Man dopt, weil der andere es auch tut und man schön blöd wäre den Ehrlichen zu machen und dadurch Millionen an Sponsorengeldern nicht einheimsen zu können. Daher mein Vorschlag: Doping freigeben. Komplett. Das wäre die einzige Chance gerechten "Sport" zu schaffen. Ob die Sportler sich damit letztenendes zu Tode dopen ist doch deren Problem. Die sind in der Regel alle volljährig. Profi-Sport ist pure Massenunterhaltung und sonst nix.

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18. Juli 2008 19:43

Doping gibt es nur im Radsport?

Claus Behrens (chipin)

Warum soll es nur der Radsport sein. Früher hießen sie Springstein, Griffith-Joyner heute Pantani und Ricco. Wer diskutiert ernsthaft in 4 Wochen - nach dem ersten Dopingfall bei den Olymp. Spielen - deren Übertragung einzustellen. Oder sind dort alle etwa wirklich allein aufgrund überlegener Physis. Wer will sagen, dass bestimmte Sportler in den letzten Jahren - als sie für die Spiele vom Gastgeberland (oder anderen) zu Olympioniken aufgebaut worden sind und noch nicht im Fokus standen, nicht auch mit Unterstützung der medizinischen Abteilung vorangekommen sind. Wer weiß wirklich, wie hartnäckig warum wie in anderen Sportarten kontrolliert wird. Und warum soll nicht mehr übertragen werden. Wem es nicht gefällt, hat mind. noch einen Knopf am Fernseher, um selber abzuschalten. Apotekern und der pharmazeutischen Industrie deswegen den Nachmittagskaffee zu vermiesen, ist doch auch nicht schön!

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18. Juli 2008 19:40

Alle und jeden stärker kontrollieren

Axel F. Bengsch (drafb)

Es ist immer noch ein "Spektakel" und ein spannendes dazu. Es gibt immer unbelehrbare und dreiste (siehe die Apotheke im Zimmer) Zeitgenossen. Daher jeder Teilnehmer sollte jeden Tag der Tour plus mindestens solange vorher, wie der längste Test benötigt, getestet werden. Sünder müssen rigoros bestraft und bloss gestellt werden, so dass der Nutzen kleiner wird als die Kosten. Aber es macht keinen Sinn die Tour abzusagen. Ich kann den Tour Chef nur unterstützen. Und was macht man mit den anderen Rundfahrten und Veranstaltungen?

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18. Juli 2008 19:29

Schaut jemand Olympia an????

Martin Hahn (mhh3)

Frühere Rekorde z.B. der Leichtathleten wurden unter Doping (insbesondere frühere DDR Sportler etc.) erzielt. Dies ist durch entsprechende Geständnisse belegt. In der Zwischenzeit sind die erzielten Rekorde aber nur verbessert worden, es gab nie einen Einbruch. Für mich ein eindeutiger Hinweis: es wird weiter gehandelt nach dem Motto: ohne Dope keine Hope. Also alles abschalten: keine Tour, keine Olympia. oder die Leistung wird doppelt bewertet: die der Athleten und die der betreuenden Medizinern sozusagen Fahrerwertung und Konstrukteurswertung. ;)

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18. Juli 2008 19:20

gerade wegen Doping unterhaltsam

Jürgen Zwiebel (Konspirant)

es ist eine andere Art der Unterhaltung, aber es ist unterhaltsam, wenn der unsympathische Etappengewinner anderntags aus der Tour verabschiedet wird. "Geschieht im Recht!" sag ich mir. Warum sollte man das abschalten. Ganz strenge Kontrollen, dass jeden Tag einer rausfliegt, gern mit der ganzen Mannschaft. Da hab ich Spaß dran!

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18. Juli 2008 16:09

Abschalten!

Sebastian Gläser (SeFrGl)

Seit dem letzten Jahr schaue ich mir die Tour nicht mehr an. Aus Prinzip, denn eigentlich ist sie ein sehr interessantes Sportereignis. Wenn die Menschen etwas charakterfester wären und ebenfalls keinen Radsport mehr ansähen, hätte sich das Thema Doping schnell erledigt. So aber lässt sich doch weiterhin gutes Geld damit verdienen. Wo Zuschauer sind, sind Sponsoren und ist das Geld. Leider.

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18. Juli 2008 13:36

...I have a dream....

Christian Igel (Ch.Igel)

wenn doch auch einmal in anderen Sportarten wirklich konsequent getestet UND auch darueber berichtet wuerde, wie wie es mit dem Radsport geschieht. Dann koennte der Aufmacher der Tagesschau (Headliner gestern 20.00: Neuer Dopingfall auf der Tour de France 2008 enttäuscht die Radsportwelt) heissen "Dopingfall Fussball..." oder aehnlich. Aber das wird wohl nicht stattfinden, andere Sportarten haben eben eine staerkere Lobby.

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18. Juli 2008 13:05

Ich behaupte: Sie sind alle mit Doping versorgt.

Malchus Giersch (der_rote_Hugo)

Die Spannung liegt darin,wer erwischt wird. Darauf könnte man auch die Sportwetten umstellen, oder auch auf die Frage, welches Mittel genutzt wird oder woher es stammt. Das würde auf natürlichem Wege die teuren staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ersetzen und den Steuerzahler viel Geld sparen. RTL könnte auch eine Spielshow daraus machen. Oder am besten direkt ein Joint-Venture zwischen RTL und der ARD a la "Spiel ohne Grenzen". Doper (ARD) und Ermittler (RTL, die haben mehr Erfahrung mit vergleichbaren Shows) spielen gegeneinander: Wer zuerst 50 große Pillen auf Kinderfahrrädern über eine eingeseifte Plastikbergstrecke transportiert, gewinnt. Und dann "glei no amoi" mit Fußball, Leichtathleten, Boxern usw. usf. Die wirklich Sportinteressierten schauen dann Curling, Snooker und Dart, wo es noch eine klitzekleine Chance gibt, ohne Chemie zu gewinnen.

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