Bis alle Verlierer waren . . .

Das Zeitalter des Imperialismus von 1880 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges zeichnet dieser magistrale Grundriss knapp und eindringlich nach. Überzeugend ist die klare Gliederung in die drei Teile Darstellung, Forschungsstand und Quellen nebst Literatur. Die nun schon 5. Auflage erfasst den Forschungsstand bis Mitte 2008.

Zweierlei Vergleich

Eine Diktatur war sie schon, die kleine, harmlose DDR - und noch dazu in allen wichtigen Fragen von der übermächtigen Sowjetunion abhängig. Doch man konnte sich in ihr so viele lustige Geschichten erzählen. Etwa die von einer neuen Kaffeesorte, die bei der Bevölkerung keinen Anklang fand und daher ...

Ihr Auftritt, Herr Scholl-Latour!

Seit Oswald Spengler den Untergang des Abendlandes beschworen hat, sind Abgesänge populär. Auch heute wieder! Eine neue journalistische Variante hat Peter Scholl-Latour mit diesem schönen Buch vorgelegt - eine "Saga des Niedergangs". Der Autor hat den Rückzug des weißen Mannes in den vergangenen Jahrzehnten ...

Unerwünscht und ausgegrenzt

Der Blick wird gelenkt auf eine wenig beachtete Opfergruppe des Zweiten Weltkriegs: Sudetendeutsche, die, obgleich sie zwischen 1938 und 1945 gegenüber der von Hitler zerschlagenen Tschechoslowakischen Republik loyal blieben und teilweise zur Emigration gezwungen waren, dennoch nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Heimat (endgültig) verlassen mussten.

Wider den Befehl zur Sünde

65 Jahre sind seit dem missglückten Attentat auf Hitler vergangen. Neben die Beschäftigung mit Vorgeschichte, Verlauf und Protagonisten des 20. Juli tritt zunehmend der Blick auf den Umgang mit dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus nach 1945. Zu beidem trägt der vorliegende, sehr sorgfältig edierte Band über die Predigten von Plötzensee Wichtiges, bisher zu wenig Beachtetes bei.

Gegen Hitler und gegen Adenauer

"Als politischer Konvertit" wurde er "zu einem Grenzgänger und einem Wanderer zwischen den Parteien", lautet das Urteil Jörg Treffkes über die politische Vita Gustav Heinemanns, der den meisten als unbequemer, mit der rebellierenden Jugend sympathisierender Bürgerpräsident im Gedächtnis geblieben ist.

Ohne Stiefel

Die herausragende Gestalt der deutschen Geschichte des 19. Jahrhunderts möchte Eberhard Kolb "auf menschliches Maß" bringen. Dazu benötigt der Kölner Emeritus und exzellente Bismarck-Kenner fünf kleine, aber feine Kapitel: "Junge Jahre eines altmärkischen Junkers" (von der Geburt in Schönhausen am 1.

Den Zug zur Einheit nicht verpassen

Die SPD tat sich in den entscheidenden Monaten vor 20 Jahren schwer mit der Wiedervereinigung Deutschlands. Oskar Lafontaine - der Ministerpräsident des Saarlandes und im Jahre 1990 zusätzlich Kanzlerkandidat - und "weite Teile der Sozialdemokratie zeigten sich nicht in der Lage, europäischen Kosmopolitismus und ...

So viel Leid

"Ich schreibe nicht Tagebuch, um ,Reflexionen' niederzuschreiben. Ich schreibe, um Gefühle auszulösen, die mich sonst ersticken würden." Das notiert Ruth Werner Anfang April 1941. Seit drei Jahren lebte sie schon in Norwegen, und ihre Zukunftsaussichten verdüsterten sich von Tag zu Tag. Die 1920 ...

Gewünschte Nivellierung

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebten die böhmischen Länder die umfangreichste Bevölkerungsverschiebung ihrer Geschichte. Der gigantische Transfer von fünf Millionen Menschen umfasste zum einen die Zwangsaussiedlung der Sudetendeutschen, die Premierminister Churchill nicht in den Westzonen haben wollte, weil sie "ihre Mägen mitbringen".

Transparenz und Ehrlichkeit

Rund 4,3 Millionen Muslime in Deutschland stellen keine Randgruppe mehr dar, wenn auch die Mehrheitsverhältnisse angesichts von 52 Millionen Christen eindeutig bleiben. Die Präsenz des Islams in der öffentlichen Debatte hat sich wegen des 11. September 2001, anderer Terroranschläge und des Irak-Krieges deutlich verstärkt.

Moderner Vernichtungskrieg

Die italienische Faschismusforschung hat seit langem weitgehend den Anschluss an die internationale Zeitgeschichtsforschung in den angelsächsischen Ländern, aber auch in Frankreich und Deutschland verloren. In methodischer Hinsicht pflegt sie über alle politischen Konflikte hinweg vorwiegend einen Hyperpositivismus, der zwar zu dickleibigen, aber wenig strukturierten Büchern führt.

Engagiert

Afrika hat trotz immenser Schwierigkeiten durchaus Chancen, der Armutsfalle zu entkommen. Diese verhalten optimistische Prognose formuliert der Düsseldorfer Sozialwissenschaftler Walter Eberlei. In seiner eingängig geschriebenen, zuweilen übermäßig didaktischen Studie beklagt er, dass die regelmäßigen schlechten ...

Risiken und Nebenwirkungen

Orientierung tut not. Wer in einer sich rasant wandelnden, zusehends grenzenlosen Welt den Durchblick behalten oder gewinnen will, muss auf sicherem Boden stehen. Dabei hilft das Verständnis der jüngeren Vergangenheit. Sie zu bilanzieren ist ein mutiges und ehrgeiziges Unterfangen, geht es doch um nicht weniger als um die Entschlüsselung des 20.

1 - 14 von 22 Beiträgen
1 | 2 VorZum Ende blättern
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche