05. August 2008 Zwei japanische Journalisten sind am Dienstag an der Berichterstattung aus Kaschgar in der chinesischen Provinz Xinjiang gehindert und von dortigen Sicherheitskräften geschlagen worden. In der nordwestchinesischen Stadt waren am Montag bei einem Anschlag 16 Polizisten getötet worden. Die Sicherheitsvorkehrungen in der gesamten Provinz Xinjiang wurden verstärkt. Busse und andere öffentliche Verkehrsmittel wurden auf Sprengsätze durchsucht.
Bei den Attentätern, die von der Polizei festgenommen wurden, handelt es sich nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua um zwei Männer aus Kaschgar, einen 28 Jahre alten Fahrer und einen 33 Jahre alten Gemüsehändler. Am Tatort habe die Polizei nicht nur selbstgebaute Sprengkörper und eine selbstgebaute Waffe, sondern auch Pamphlete über den Heiligen Krieg sichergestellt. Die Waffen seien denen ähnlich, die im Jahr 2007 bei einer Razzia auf ein Ausbildungslager der Ost-Turkestan-Terroristen gefunden worden seien. Ein Provinzsprecher gab am Dienstag bekannt, dass bereits im Zusammenhang mit anderen Anschlägen insgesamt 18 ausländische Agitatoren festgenommen worden seien.
Es gebe nur wenige Zweifel daran, dass die Islamische Ost-Turkestan-Bewegung hinter den Anschlägen stehe, sagte der Leiter des Pekinger Anti-Terror-Forschungszentrums, Li Wei, der Zeitung China Daily . Er befand aber, es gebe keinen Anlass zur Sorge. Wenn die Gruppe wirklich stark wäre, hätte sie nicht einen solchen Anschlag ausgeführt, sagte er. Das Ziel des Anschlags sei gewesen, Panik in der Öffentlichkeit zu verursachen.
Der Sprecher des in München ansässigen Uigurischen Weltkongresses appellierte an die Öffentlichkeit, auf China Druck auszuüben, damit ausländische Journalisten frei aus Kaschgar berichten könnten. Die im Exil lebende Uiguren-Aktivistin Kadeer forderte, man solle die chinesischen Berichte aus Xinjiang genau prüfen. Oft seien die chinesischen Darstellungen nicht durch Fakten gesichert.
Text: P.K./F.A.Z.
Bildmaterial: AP