
Der Konflikt in Xinijang ist für westliche Beobachter schwierig zu bewerten, nicht zuletzt deshalb, weil er erst in jüngster Vergangenheit von den Medien entdeckt wurde. Dennoch stellt, wie die oben angegebenen Artikel zeigen, das Onlineangebot der FAZ Hintergrundinformationen bereit; hinzu kommen Parallelen zu Konfliktherden in anderen Teilen der Welt. Einerseits erscheint der Zorn der Uiguren nicht unberechtigt, versucht China doch, ähnlich wie in Tibet, diese Volksgruppe durch gezielte Ansiedlung von Han-Chinesen zu majorisieren, ein Vorgang, der wohl nirgendwo auf Gegenliebe stoßen würde. Andererseits reiht der Xinijang-Konflikt sich in eine lange Reihe vergleichbarer Auseinandersetzungen ein: Ob im Kosovo, in Südthailand oder auf den Philippinen, wo immer es signifikante muslimische Minderheiten gibt, erhebt früher oder später ein militanter Separatismus sein Haupt. Der ideologische Hintergrund ist offenkundig: Wer nach den Kultgesetzen des Islam leben will, muß sich von Nicht-Muslimen abschotten, weil diese sich – z.B. durch den Genuß von Alkohol und Schweinefleisch – permanent rituell verunreinigen. Es gilt nicht als opportun, dies auszusprechen, doch der Islam ist hier, wie in so vielen Weltgegenden, Teil des Problems.