10. August 2008 Nach Darstellung der Nachrichtenagentur Xinhua haben muslimische Terroristen am Sonntag mehr als zehn Selbstmordanschläge in der Region Kuqa verübt. Sie seien mit Taxis in Polizeiwachen und Verwaltungsgebäude gefahren und hätten selbstgemachte Sprengsätze geworfen. Vier Selbstmordattentäter seien bei Anschlägen auf Regierungsgebäude ums Leben gekommen, drei Attentäter seien von der Polizei erschossen und eine Person bei einem Angriff getötet worden.
Die ganze Region um Kuqa, einer Stadt mit 400.000 Einwohnern am südlichen Rand der Wüste Taklamakan, wurde abgeriegelt. Geschäfte und Behörden wurden geschlossen. Ausländer müssen die Region verlassen. Ein Augenzeuge berichtete westlichen Agenturen, dass vor den Explosionen ein Flugzeug über Kuqa geflogen sei, danach habe man mehrere Explosionen und Schießereien gehört.
Schon am vergangenen Montag hatte sich in Xinjiang ein Anschlag ereignet. Zwei Männer hatten eine Polizeiwache in der Stadt Kaschgar angegriffen und 16 Polizisten getötet. Die Separatisten in Xinjiang wollten die Olympischen Spiele nutzen, um den Effekt ihrer Aktionen zu steigern, sagte ein Sprecher des Pekinger Olympia-Komitees am Sonntag. China beschuldigt die uigurische Organisation Islamische Ost-Turkestan-Bewegung, die für eine Unabhängigkeit Xinjiangs von China kämpft, hinter den Anschlägen zu stehen.
Das von acht Millionen Uiguren bewohnte Xinjiang gilt als Unruheregion. Es gibt Widerstand in dem muslimischen Turkvolk gegen die chinesische Fremdherrschaft über Xinjiang. Nach der Gründung der Volksrepublik 1949 hatte sich die kommunistische Führung das Gebiet einverleibt, auf dem es in den vierziger Jahren kurzzeitig eine ostturkestanische Republik gegeben hatte. Chinas Regierung wirft einigen uigurischen Gruppen heute Separatismus und Terrorismus vor.
Text: P.K. und FAZ.NET
Bildmaterial: AFP