08. September 2008
Business-Knigge 

Hoch hinaus

Markus Rüb, 24, lernte an der Uni fliegen

Von Nadja Kirsten



Markus Rüb ist Segelflieger an der TU Karlsruhe.
30. Januar 2006 
Mit 15 lag Markus Rüb seinen Eltern in den Ohren, er wolle unbedingt Segelfliegen lernen. Doch der Flugplatz war zu weit weg. Rüb vergaß die Sache. Bis ihn ein Studienkollege in seinem zweiten Semester an der TU Karlsruhe auf die dortige Akademische Fliegergruppe aufmerksam machte.

Der Kumpel stieg bald darauf wieder aus, aber Rüb hatte Feuer gefangen. Mittlerweile ist er erster Vorsitzender, über 150 Mal war er schon in der Luft. „Das absolute Highlight für jeden Flugschüler ist der Moment, in dem er das erste Mal alleine startet und der Fluglehrer am Boden zurückbleibt“, erzählt er. Die nötige Höhe verschafft den studentischen Seglern eine selbstgebaute Startwinde. Ab etwa 80 km/h hebt die Maschine ab. „Achterbahn fahren ist nichts dagegen“, ging Rüb bei seinem ersten Start durch den Kopf. An guten Tagen ist die Maschine nach knapp zehn Minuten auf 1.000 Meter gestiegen. Ständig sucht Rüb nach guter Thermik, die ihn weiter nach oben trägt. Eine Lichtung im Wald ist vielversprechend, dort erwärmt sich die Luft schneller. Auch Wolken können Gutes bedeuten - unter ihnen befindet sich oft ein „Bart“, eine Art Trichter, in dem die Luft nach oben drückt. Auf solchen Bärten kurbelt sich Rüb dann nach oben. Die rund 20 aktiven Mitglieder der Akaflieg gehen aber nicht nur in die Luft. „Studenten forschen, bauen, fliegen“, lautet das Motto. Am Boden reparieren und warten die Studenten die Flieger, sie entwickeln Flugzeugprototypen, feilen an Meßgeräten oder experimentieren mit dem Einbau einer Turbine in ein Segelflugzeug. Manchmal läßt sich das Hobby direkt mit dem Studium verbinden: auch Seminar- und Diplomarbeiten sind schon bei der Akaflieg entstanden.

www.akaflieg.uni-karlsruhe.de
/www.idaflieg.de

Text: Hochschulanzeiger Nr. 82, 2006
Bildmaterial: privat