18. Juni 2007
Was ist Bafög?
Das Bundesausbildungsförderungsgesetz regelt die staatliche Unterstützung für die Ausbildung von Schülern und Studenten. Mit der Einführung des Bafög 1971 (damals wurde die staatliche Unterstützung noch als Vollzuschuss gewährt, musste also nichts zurückgezahlt werden) sollten die Chancengleichheit im Bildungswesen erhöht und Kindern einkommensschwacher Bevölkerungsschichten der Zugang zum Studium erleichtert werden. Das Ziel wird allerdings nicht erreicht. Die Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks hat ergeben, dass die Zahl der Studierenden aus einkommensschwächeren Schichten weiter abnimmt und 67 Prozent der Studierenden eine Nebenerwerbstätigkeit ausführen. Für Studenten an Hochschulen, Fachhochschulen und Akademien gibt es das Bafög zur Hälfte als staatlichen Zuschuss, zur anderen Hälfte als unverzinsliches Staatsdarlehen.
Wer bekommt Bafög?
Studenten unter 30 Jahren, die sich im Erststudium und in der Regelstudienzeit befinden, können Bafög beantragen. Ob und wie viel Unterstützung der Staat gewährt, hängt zudem vom eigenen Einkommen sowie dem der Eltern und des Ehepartners ab. Zweitstudien werden nicht gefördert, Ausnahme sind Master-, Magister- oder Postgraduiertenstudiengänge, die direkt auf einen Bachelorabschluss aufbauen. Außerdem gibt es Schüler- und Meisterbafög.
Wie viel Geld gibt es?
Das ist von Student zu Student äußerst unterschiedlich und hängt davon ab, ob der Student noch bei den Eltern wohnt, was er oder die Eltern verdienen etc. Der genaue Bedarfssatz des Studenten wird anhand des umfangreichen Bafög-Antrags ermittelt. Der Höchstfördersatz beträgt zurzeit 585 Euro im Monat. Es existiert auch der Ausnahmefall des elternunabhängigen Bafög: Wenn jemand vor seinem Studium sechs Jahre lang gearbeitet hat, wird sein Bedarf unabhängig vom Einkommen seiner Eltern berechnet.
Wie lange kann man Bafög beziehen?
Förderungshöchstdauer ist die Regelstudienzeit, in bestimmten Ausnahmefällen ist auch eine längere Förderung möglich. Für Studienfachwechsler kann aber schon ziemlich schnell Schluss mit dem Bafög sein: Wer nach dem 3. Fachsemester sein Studienfach noch einmal wechselt, muss gravierende Gründe anführen, um weiter Bafög beziehen zu können.
Wann beginnt die Rückzahlung?
Fünf Jahre nach Förderungsende wird die erste Bafög-Rückzahlungsrate fällig, also in der Regel nach der beruflichen Einstiegsphase. Pro Monat müssen mindestens 105 Euro zurückgezahlt werden, spätestens nach 20 Jahren muss das Darlehen getilgt sein. Verdient der Student nachweislich zu wenig Geld (Alleinstehende: weniger als 960 Euro), wird die Rückzahlung auf Antrag ausgesetzt. Seit 2001 gibt es außerdem eine Regelung, dass die Bafög-Darlehensschulden 10.000 Euro nicht überschreiten dürfen.
Wie viele Studenten bekommen Bafög?
Innerhalb der letzten 10 Jahre ist der Anteil der Studenten, die Bafög beziehen, leicht gesunken: Waren 1995 26,9 Prozent Bafög-Empfänger, waren es 2005 nur noch 25,1 Prozent. Im selben Zeitraum stieg der monatliche Förderbetrag von umgerechnet 304 Euro monatlich auf 375 Euro.
Infos im Internet:
Im Internet gibt es einige Bafög-Rechner-Tools, unter anderem auf http://www.bafoeg.bmbf.de. Diese Tools ersetzen aber selbstverständlich keinen Bafög-Antrag, sondern sollen nur eine grobe Orientierung ermöglichen. Auf der Homepage gibt es auch eine Vielzahl anderer Informationen zum Thema Bafög.