12. Dezember 2003 Der Medienkonzern Bertelsmann und der Unterhaltungsriese Sony haben eine endgültige Einigung über die Fusion ihrer Musiksparten erzielt.
Wie Bertelsmann am Freitag mitteilte, soll das neue Unternehmen Sony BMG heißen und zu je 50 Prozent im Besitz von Bertelsmann und Sony sein. Sony BMG werde seinen Hauptsitz in New York haben. Stimmen die Kartellbehörden zu, ist es für Bertelsmann eine der größten Transaktionen in der Firmengeschichte.
Sony und Bertelsmann hatten im vergangenen Monat bereits angekündigt, ihre Musiksparten Sony Music sowie BMG zum weltweit zweitgrößten Musikkonzern fusionieren zu wollen. Damit könnten die beiden Konzerne in einer Branche, die mit sinkenden Umsätzen, Internet-Musikkopien und hartem Wettbewerb kämpft, die Kosten senken. Allein das Einsparvolumen im schwierigen Musikgeschäft wird auf 250 bis 300 Millionen Euro geschätzt.
Zustimmung der Kartellbehörde steht noch aus
Dem Geschäft müssen aber noch die Kartellbehörden zustimmen. Die Verhandlungen verliefen nach Angaben eines Bertelsmann-Sprechers ausgesprochen schnell . Bertelsmann-Chef Gunter Thielen hatte bereits im November gesagt, im Prinzip seien zwischen beiden Konzernen alle Fragen geklärt.
CD- und DVD-Produktion nicht in Fusion eingeschlossen
Nicht von der Fusion betroffen seien hingegen die Musikverlage, die Auslieferung und die CD- und DVD-Produktionen bei der Mutterunternehmen. Auch das japanische Musikgeschäft von Sony, SMJE, werde nicht in das Joint Venture eingebracht.
In den vergangenen Jahren hatten die Wettbewerbshüter bereits mehrere Fusionsansinnen platzen lassen - unter anderem von EMI und Warner vor drei Jahren. Die schwierige Lage der Musikindustrie, die unter der zunehmenden Musikpiraterie und der allgemeinen Konjunkturschwäche leidet, könnte die Kartellbehörden zu einem Kurswechsel veranlassen. In diesem Jahr verhandelte BMG bereits ohne Ergebnis mit Time Warner über eine Fusion der Musiksparten.
Text: Reuters, dpa, AP
Bildmaterial: F.A.Z.
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