12. Februar 2003 Thomas Middelhoff, der frühere Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann AG, ist wieder im Gespräch. Ob mit Substanz oder nur aus eigenem Antrieb, muß vorläufig offenbleiben. Gestern machte die Meldung die Runde, der im Sommer vergangenen Jahres aus dem Medienkonzern gedrängte Manager sei als Leiter des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos und damit als Nachfolger des Gründers Klaus Schwab im Gespräch. Die Verhandlungen mit ihm sollen, wie es aus Kreisen des vierzehnköpfigen Stiftungsrates hieß, kurz vor dem Abschluß stehen.
Middelhoff soll zudem noch für andere Positionen im Gespräch sein, verlautete weiter. Zumindest in der Zentrale des Forums in Genf hat Wirbelwind Middelhoff am Mittwoch für helle Aufregung gesorgt. Aber eigentlich kann sich niemand vorstellen, daß Schwab in der nächsten Zeit in den Ruhestand tritt. Dazu hängt der Professor der Betriebswirtschaft, wie sich zuletzt im Januar in Davos zeigte, auch mit bald 65 Jahren viel zu sehr an seiner weltumspannenden Aufgabe. Eine Sprecherin des WEF wies gestern darauf hin, daß der Stiftungsrat des Forums auf dem Jahrestreffen Schwab für weitere fünf Jahre im Amt des Präsidenten bestätigt habe. Vielleicht zieht es den 49 Jahre alten Middelhoff in ein Beratergremium des WEF. Mehr kann er vorerst wohl bei allem Ehrgeiz nicht erwarten. (miha./du.)
Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.02.2003, Nr. 37 / Seite 17
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