04. April 2006 Die Europäische Kommission hat im vergangenen Jahr rund 96.000 falsche Euro-Münzen aus dem Verkehr gezogen. Das waren zwar fast 30 Prozent mehr als im Vorjahr, gemessen an den rund 63 Milliarden Münzen, die sich im Umlauf befinden, sei die Zahl der entdeckten Fälschungen aber relativ gering, schreibt die Kommission in ihrem "Bericht über den Schutz der Euro-Münzen".
Nimmt man den entstandenen Schaden als Maßstab, ist die Münzfälschung ohnehin eher eine Petitesse. Laut Kommission entstand daraus im Jahr 2005 ein Gesamtschaden von 174.000 Euro. Der von der Europäischen Zentralbank ermittelte Schaden aus der Fälschung von Euro-Scheinen betrug demgegenüber 29 Millionen Euro.
Besonders beliebt mit dem Bundesadler
Der Großteil der gefälschten Münzen - rund 80.000 - entfiel auf Zwei-Euro-Stücke. Mit einem Anteil von 48 Prozent an den entdeckten Falschexemplaren war die deutsche Zwei-Euro-Münze mit dem Bundesadler auf der Rückseite bei den Fälschern offenbar besonders beliebt. Die Brüsseler Betrugsbekämpfer zogen außerdem rund 12000 Ein-Euro-Münzen und 3500 Stücke zu 50 Cent aus dem Verkehr. Schließlich entdeckten sie etwa 3500 falsche Münzen, bevor diese in den Verkehr gebracht wurden.
Schwierigkeiten mit dem türkischen Ein-Lira-Stück
Seit der Einführung des Euro-Bargelds im Januar 2002 wurden nach dem Bericht 11 illegale Münzproduktionsstätten ausgehoben und insgesamt 365.000 gefälschte Münzen entdeckt. Die Kommission sieht dies als Erfolg an, weil vor dem Jahr 2002 in den Mitgliedstaaten wesentlich mehr falsche Münzen im Umlauf gewesen seien. Im vergangenen Jahr hoben die Brüsseler Beamten drei Fälscherwerkstätten in Ungarn, Polen und Bulgarien aus.
Eine spezielle Schwierigkeit für die Betrugsbekämpfung wirft laut Kommission das neue türkische Ein-Lira-Stück auf, weil es leicht mit der Zwei-Euro-Münze verwechselt werden kann und teilweise von Münzautomaten im Euro-Raum akzeptiert wird. Ähnliches gelte für die 50-Kurus-Münze, die mit dem Ein-Euro-Stück verwechselt werden könne. Eine Lira entspricht etwa 60 Cent. Die Kommission verhandelt derzeit mit den türkischen Behörden, um solche Verwechslungen künftig zu verhindern. Diese hätten zugesagt, die Größe der Münzen leicht zu verändern, heißt es.
Text: wmu., F.A.Z., 04.04.2006, Nr. 80 / Seite 19
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa
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