16. Februar 2007 Die Industrie hat ihren Stellenabbau auch im Boomjahr 2006 fortgesetzt. Die Zahl der Beschäftigten sank im
Jahresdurchschnitt um 33.000 oder 0,6 Prozent auf 5,9 Millionen,. Das teilte das Statistische Bundesamt mit.
Gleichzeitig kletterte der Umsatz um 6,5 Prozent auf knapp 1,59 Billionen Euro und damit so stark wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr.
500.000 Jobs verloren
Das reichte aber nicht, um den seit 2001 anhaltenden Abwärtstrend bei der Beschäftigung zu stoppen.
Dabei gingen im Verarbeitenden Gewerbe und im Bergbau eine halbe Million Jobs verloren.
Ende des Jahres beschäftigten die Unternehmen 5,9 Millionen Menschen. Das waren 33 000 oder 0,6 Prozent
weniger als zwölf Monate zuvor. In einigen Branchen gab es aber auch einen Stellenzuwachs.
Die Mitarbeiter verdienten 2006 etwas mehr: Die Entgelte legten binnen Jahresfrist um 1,8 Prozent auf
230,1 Milliarden Euro zu. Stellen aufgebaut hatte die Industrie in Deutschland zuletzt im August 2001.
Das Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) rechnet allerdings für 2007 mit einem Aufschwung. Die Unternehmen stellen bei einem Aufschwung nicht sofort ein, sondern zeitverzögert, sagte Carsten-Patrick Meier vom IfW.
Es geht bergauf
Der positive Beschäftigungstrend dürfte sich Meier zufolge in diesem Jahr mit dem anhaltenden Aufschwung fortsetzen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um 500.000.
Die Bereitschaft zu Neueinstellungen stieg bei den vom Verband regelmäßig befragten 25.000 Firmen zuletzt auf den höchsten Stand seit 1991.
Vor allem Metallerzeugung boomt
Besonders gut lief im vergangenen Jahr das Auslandsgeschäft mit einem Umsatzplus von 10,1 Prozent auf rund 665 Milliarden Euro. Wichtigster Markt bleibt aber das Inland. Hier wurden knapp 921 Milliarden Euro umgesetzt. Das waren 4,1 Prozent mehr als 2005.
Die kräftigsten Zuwächse verzeichnete die Metallerzeugung und -bearbeitung mit einem Plus von 22 Prozent. Der Maschinenbau steigerte den Umsatz um 9,7 Prozent, die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren um 9,4 Prozent.
In der Statistik werden Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten erfasst.
Bildmaterial: dpa
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