09. Mai 2007 Rund 25.000 Milchbauern haben am Mittwoch bundesweit für höhere Erzeugerpreise für Milch demonstriert. Insgesamt gab es Demonstrationen an 112 Standorten,
darunter vor Milchwerken der größten deutschen Molkereikonzerne Nordmilch, Humana Milchunion und Müller-Milch. Auch vor der Großmolkerei OMIRA in Ravensburg kamen am Vormittag 200 Bauern zusammen. Die Aktion sei ein voller Erfolg gewesen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM), Rolf Schuster, auf Anfrage von ddp/Dow Jones. Der BDM, der rund 25.500 Mitglieder hat, hatte zu den zweistündigen Protestaktionen aufgerufen, um so die bis Ende Mai laufenden Preisverhandlungen zwischen den Molkereien und dem Lebensmitteleinzelhandel zu unterstützen.
Der BDM fordert eine Erhöhung des Erzeugerpreises für Milch um rund 48 Prozent auf 40 Cent je Kilogramm. So sollen kostendeckende Milchpreise und damit die Existenz der Milchbauern gesichert werden. In den vergangenen zehn Jahren ist der Preis, den die Molkereien an die Landwirte zahlen, dem Verband zufolge von 35 auf 27 Cent je Kilogramm Milch gesunken. Für den Verbraucher bedeutet die Anhebung des Erzeugerpreises auf 40 Cent je Kilogramm Milch nach Berechnungen des BDM eine Erhöhung des Ladenpreises um 10 Cent je Liter. Bei einer entsprechenden Anpassung aller Milchprodukte müsste jeder Verbraucher weniger als drei Euro pro Monat zusätzlich ausgeben. Weitere Protestaktionen seien vorerst nicht geplant, sagte Schuster weiter. Allerdings werde es in den nächsten Tagen noch mehrere Informationsveranstaltungen geben.
Der Weltmarkt dreht
Der Weltmarkt für Milch und Milchprodukte hat sich innerhalb des vergangenen Jahres deutlich verändert. Milchseen und Butterberge sind deutlicher kleiner geworden. Die immense Nachfrage aus Asien habe den Markt förmlich auf den Kopf gestellt, sagte ein Sprecher des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes. Es ist unglaublich, was China ansaugt. Diese Situation versetze die Molkereien in die Lage, erstmals seit Jahren deutliche Preiserhöhungen beim Handel durchzusetzen. Vor allem die Discounter wie Aldi und Lidl hatten in den vergangenen Jahren mit Ladenverkaufspreisen von weniger als 50 Cent pro Liter H-Milch das Preisniveau gedrückt.
Text: ddp/dpa
Bildmaterial: dpa
Der Arcandor-Komplex in drei ![]()
Kommentar: Über die zweite Mauer
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