Sturm über der Londoner City

Immobilienpreise unter Druck / Schwaches Pfund

29. Mai 2008 re. FRANKFURT, 29. Mai. Der Sturm über dem britischen Immobilienmarkt dauert länger, als viele Fachleute gedacht hatten. Die Immobilienpreise - und zwar für Büros, Einzelhandel und Logistik - sind in den vergangenen zehn Monaten gesunken. Und nun verheißt die Prognose des Bruttoinlandsprodukts nichts Gutes. Das meint Michael Englisch, Geschäftsführer Henderson Global Investors Deutschland. Der britische Vermögensverwalter erwartet ein Wirtschaftswachstum von nur noch 1,3 Prozent für dieses Jahr. Hinzu kommt die Entlassungswelle bei den Banken, die wegen der internationalen Finanzkrise auf die Londoner City zurollt.

Als Warnsignal gilt: Die Briten selbst halten sich zurück. Auf dem britischen Markt finden nur noch wenige Transaktionen statt. So bleibt zu befürchten, dass weitere Unwetter bevorstehen. Angesichts der trüben Aussichten auf den britischen Immobilienmärkten erscheint die Euro-Zone als sicherer Hafen, meint der Henderson-Manager.

Trotzdem haben sich einige deutsche Investoren in London wieder engagiert: Offensichtlich lockt der Preisrückgang bei Bürogebäuden und Einkaufszentren in der Londoner Innenstadt. Ohne Berücksichtigung des schwachen Pfundkurses liegen die Preise mindestens 15 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Im Juli 2007 war eine Anfangsrendite von 4,25 Prozent für Büroobjekte in der Londoner City zu zahlen, heute gibt es 5,25 bis 5,75 Prozent. Verlockend scheint offensichtlich auch die historische Schwäche des britischen Pfunds, die ausländischen Investoren die Immobilien verbilligt. Für Euro-Investoren liegt der Preisrückgang der Immobilien gegenüber dem Vorjahr bei mehr als 25 Prozent.

Text: F.A.Z.

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