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Bank of America wird neuer Finanzriese

Bank of America übernimmt Regionalbank FleetBoston

Bank of America übernimmt Regionalbank FleetBoston

27. Oktober 2003 Die Bank of America übernimmt den kleineren Konkurrenten FleetBoston Financial für knapp 47 Milliarden Dollar und steigt rutscht damit im Ranking amerikanischer Banken vom dritten auf den zweiten Platz vor.

Im Rahmen der vereinbarten Transaktion bietet Bank of America für jede FleetBoston-Aktie 45 Dollar, teilte das Finanzinstitut am Montag mit. FleetBoston-Aktionäre erhielten 0,5553 Bank-of-America-Aktien für jedes FleetBoston-Papier. Bank of America zahlt damit einen Aufschlag von mehr als 41 Prozent gemessen an dem Schlußkurs der FleetBoston-Titel vom Freitag. Die Aktien von Bank of America gingen am Freitag in New York bei 81,86 Dollar aus dem Handel.

Branchenzweiter nach der Citigroup

Das fusionierte Unternehmen rangiert in den Vereinigten Staaten hinter Citigroup auf Platz zwei der Finanzinstitute und verdrängt damit J.P. Morgan Chase. FleetBoston ist nach Vermögenswerten das siebtgrößte Bankhaus in den Vereinigten Staaten.

Die Fusion ist nach Angaben von Bloomberg die größte Transaktion seit der Übernahme von Pharmacia durch Pfizer im Juli 2002, die mit 64 Milliarden Dollar bewertet wurde.

Der Kauf solle im ersten Halbjahr 2004 abgeschlossen werden, teilte die in Charlotte (North Carolina) ansässige Bank of America weiter mit. CEO des Unternehmens solle der bisherige Bank-of-America-Chef Kenneth Lewis werden. Chairman werde der bisherige FleetBoston-Chef Chad Gifford. Das Direktorium soll zwölf Mitglieder von der Bank of America und sieben von FleetBoston umfassen.

Die Bank of America hat 4500 Filialen in fast allen Gebieten des Landes mit Ausnahme der Neuengland-Staaten und wird durch den FleetBoston-Kauf jetzt auch dort Marktführer. Nach der Transaktion wird die Bank of America mehr als 35 Millionen Kunden und 181.000 Mitarbeiter in 5700 Zweigstellen haben.

Fondsskandal sorgte auch bei der Bank of America für Aufsehen

In jüngster Zeit war von der Bank of America vor allem wegen ihrer Verwicklung in einen Fondsskandal in den Vereinigten Staaten die Rede gewesen. Mitarbeiter hatten Dritten nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft illegale Käufe von Wertpapieren nach Feststellung von Tageskursen erlaubt. Die Bank hat inzwischen reagiert und eine Reihe von Beschäftigten entlassen sowie Ausgleichszahlungen für geschädigte Anleger angekündigt.

Mit den Ergebnissen für das dritte Quartal war es bei der Bank of America wieder bergauf gegangen. Die Bank verbuchte dank gestiegener Einnahmen im Hypothekengeschäft und Zuwächsen im Privatkundengeschäft einen Gewinn von 2,92 Milliarden Dollar nach 2,235 Milliarden Dollar vor einem Jahr. Damit steigerte die Bank of America ihren Gewinn um 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Text: @nal
Bildmaterial: AP

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