Nutzfahrzeuge

EU ist einverstanden mit MAN-Scania-Fusion

MAN: Übernahmewunsch mit Hindernissen

MAN: Übernahmewunsch mit Hindernissen

21. Dezember 2006 Die EU-Kommission hat das umstrittene Übernahmeangebot des deutschen Lkw-Herstellers MAN für den schwedischen Konkurrenten Scania ohne Auflagen gebilligt. Das milliardenschwere Geschäft beeinträchtige nicht die freie Konkurrenz in Europa, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel nach einer sechswöchigen Wettbewerbsprüfung mit. Es gebe weiterhin starke Konkurrenten wie Daimler-Chrysler, Volvo, Iveco und DAF.

EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes erklärte: „Der Kommission liegen hinreichende Beweise dafür vor, daß auf den Märkten für Busse und Lkw auch in Zukunft ein starker Preis- und Technologiewettbewerb vorherrschen wird, insbesondere angesichts der zunehmenden Bedeutung umweltfreundlicher Technologien in diesem Sektor.“

MAN will Angebot nicht verlängern

Kartellrechtliche Bedenken stehen der Fusion nicht mehr im Wege

Kartellrechtliche Bedenken stehen der Fusion nicht mehr im Wege

MAN machte unterdessen deutlich, daß das Unternehmen sein Angebot für den schwedischen Konkurrenten nicht verlängern will. „Wir sind weiterhin zuversichtlich, die angestrebte Kombination zu realisieren“, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Eine Verlängerung der Angebotsfrist über den 31. Januar 2007 hinaus sei nicht vorgesehen.

„Die positive Entscheidung der EU ist eine entscheidende Weichenstellung und eine eindeutige Bestätigung für unser Projekt, MAN und Scania gemeinsam zu einem neuen europäischen Champion zu formen“, sagte Vorstandsvorsitzender Hakan Samuelsson.

Scania weiterhin ablehnend

Scania hat die Brüsseler Billigung des MAN-Übernahmeangebotes allerdings als erwartet eingestuft und hält an seiner ablehnenden Haltung fest. Unternehmenssprecherin Cecilia Edström sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Wir sind nicht überrascht. Aber die EU hat ja nur zur Konzentrationsfrage Stellung bezogen.“

Das Übernahmeangebot hat einen Wert von 10,3 Milliarden Euro. Die deutsche Offerte wird auch vom größten schwedischen Scania-Eigner Investor abgelehnt. Investor äußerte sich nicht zur Brüsseler Entscheidung. Ein Sprecher sagte, entscheidend sei die unverändert geltende Ablehnung des MAN-Übernahmeangebots. Zusammen mit weiteren Anteilen der Wallenberg-Gruppe verfügt Investor über eine Sperrminorität von gut 30 Prozent und kann damit die Übernahme verhindern.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa und Reuters
Bildmaterial: ddp, REUTERS

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