07. Juli 2005 Nach Ansicht deutscher Spediteure verdient die Mautkontrolle nur die Note mangelhaft. Nach einem am Donnerstag veröffentlichten Test des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) wurden von 145 absichtlichen Schwarzfahrern mehr als 96 Prozent nicht erkannt.
Die von Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) Ende Juni als voller Erfolg bezeichnete Mautbilanz sei damit nicht zu halten. Ein Sprecher Stolpes hat den Test bereits als weder repräsentativ noch aussagekräftig zurückgewiesen.
Nur fünf von 145 Mautpreller identifiziert
Für seinen Test setzte der BGL Anfang Mai über drei Tage und Nächte 74 Laster auf 145 Fahrten auf mautpflichtigen Autobahnfahrten ein. Die Fahrzeuge legten in mehr als 600 Stunden auf dem deutschen Autobahnnetz rund 33.000 Kilometer zurück, ohne die Maut ordnungsgemäß zu zahlen. Dabei hätte das Kontrollsystem nur fünf der 145 Mautpreller identifiziert, erklärte der BGL.
Ein Sprecher Stolpes betonte, die offizielle Beanstandungsquote liege bei weniger als zwei Prozent und sei damit sehr niedrig. Diese Daten seien repräsentativ und gesichert, betonte er. Insgesamt würden zehn Prozent aller Fahrten kontrolliert, das sei mehr als in jedem anderen Verkehrsbereich. Bei mehr als elf Milliarden abgerechneten Kilometern und mehreren hunderttausend Fahrten pro Tag seien allein im ersten halben Jahr der Mauterhebung mehr als sieben Millionen Kontrollen vorgenommen worden.
Es drohe ein neues industriepolitisches Debakel, entgegnete der BGL. Ein fast blindes Mautkontrollsystem sei als Einladung zu verstehen, Mautpflichten nicht ernst zu nehmen. Hinter dem Maut-Konsortium Toll Collect stehen neben Daimler-Chrysler und der Deutschen Telekom auch der französische Autobahnbetreiber Cofiroute.
Text: AFP
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa/dpaweb
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