28. August 2004 42 Prozent der Ostdeutschen, die älter als 16 Jahre sind, glauben, daß sie in Westdeutschland mehr Chancen hätten als in ihrer Heimat. Das ergab eine Umfrage des Allensbacher Instituts für Demoskopie, über die die Frankfurter Sonntagszeitung berichtet. 23 Prozent glaubten, sie hätten in Ost und West die gleichen Chancen. Neun Prozent der Befragten meinten, sie hätten im Westen weniger Chancen.
Die Geschäftsführerin des Instituts, Renate Köcher, sagte der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, die Abwanderung junger Menschen aus den neuen Ländern sei ein Signal, daß gerade die Jungen nicht mehr an die Zukunft in ihrer Heimatregion glauben. Sie forderte eine offene Diskussion darüber, wie die bisherigen Fördermaßnahmen für Ostdeutschland verändert werden sollten. Sonst wird die Abwanderung aus den neuen Ländern weitergehen, sagte Köcher. Die Abwanderung mache Ostdeutschland als Produktionsstandort, als Urlaubsregion und für die Ansiedlung von Handel und Dienstleistungen weniger attraktiv und führe damit zu neuer Abwanderung.
Köcher stellte in den neuen Ländern einen Vertrauensverlust in die Politik fest. Extrem rechte oder linke Parteien können in einer solchen Situation bei Regionalwahlen vorübergehend schon mal beachtliche Erfolge haben, sagte sie. Die Meinungsforscherin sieht darin aber noch keine große Gefahr. Die Menschen erwarten von diesen Gruppierungen aber nicht, daß sie einen Weg in eine bessere Zukunft wüßten, sagte sie.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP
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