26. September 2007 In den Ländern Nordeuropas gibt es nach einer Analyse der Anti-Bestechungs-Organisation Transparency International die geringste Korruption. Deutschland blieb bei dem internationalen Vergleich wie im Vorjahr auf dem 16. Platz. Die Antikorruptionswächter sehen aber Hinweise für einen Stimmungswandel in Deutschland.
An der Spitze einer neuen Tabelle, die am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde, stehen gleichauf Dänemark und Finnland. Zur Spitzengruppe von insgesamt 180 Ländern, die bewertet wurden, gehören auch Schweden und Island.
Am Schluss der Liste stehen als Länder mit der höchsten Korruption wie im Vorjahr Haiti, Irak und Burma sowie diesmal Somalia. Russland verschlechterte sich von Platz 121 auf 143. Schlusslichter unter den europäischen Ländern sind die Balkan-Staaten Montenegro und Mazedonien auf Platz 84 und Serbien auf Platz 79. Die Einstufung nimmt die Organisation aufgrund von Daten aus den vergangenen beiden Jahren vor. Der Index stützt sich auf Angaben von zwölf unabhängigen Institutionen. Gemessen wird dabei der von Politikern und Amtsträgern wahrgenommene Grad der Korruption.
Kein signifikanter Fortschritt in Deutschland
Bei der Bekämpfung der Korruption hat Deutschland im vergangenen Jahr zwar keine signifikanten Fortschritte erzielen können. Dennoch ist nach Angaben von Transparency International Besserung in Sicht.
Es gebe Hinweise für einen Stimmungswandel bei deutschen Unternehmen: Immer mehr Firmen würden sich des größeren Risikos bewusst, entdeckt und verfolgt zu werden. Diskussionen um die Rechtfertigung von Manager-Gehältern hätten etwa den öffentlichen Druck verstärkt.
Zudem sei eine Zunahme der internen Aktivitäten und des überbetrieblichen Erfahrungsaustausch zur Prävention von Korruption feststellbar. Bis zum Bekanntwerden des Siemens-Korruptionsskandals seien die Anstrengungen deutscher Firmen, Auslandsbestechung zu vermeiden und zu bekämpfen, eher zurückhaltend gewesen, hieß es weiter.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa, FAZ.NET
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