Bildung

6000 Studenten mit KfW-Kredit

Bildungsministerin Schavan will individuelle Lösungen für Studenten

Bildungsministerin Schavan will individuelle Lösungen für Studenten

18. Juli 2006 Die staatseigene KfW-Bankengruppe (KfW) hat seit April dieses Jahres an 6000 Studenten einen Studienkredit vergeben. „Die KfW hat mit ihrem Kreditangebot einen neuen Markt gegründet“, sagte Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) in Berlin, die zusammen mit dem Vorstandsvorsitzenden der KfW, Hans Reich, vor die Presse trat. Die KfW-Bankengruppe konkurriert im Bereich der Studienkredite mit privaten Anbietern.

So hatte die Deutsche Bank schon im Oktober vergangenen Jahres, ein halbes Jahr vor der KfW, als erste Geschäftsbank derartige Kredite angeboten. Ende Juni hätten 4200 Studenten diesen Kredit in Anspruch genommen, sagte ein Sprecher der Bank auf Nachfrage. In Deutschland sind nach Auskunft des Deutschen Studentenwerks rund 2 Millionen Studenten an den Hochschulen eingeschrieben. Schavan und Reich verteidigten auf Nachfrage das Angebot der KfW-Bankengruppe mit dem Hinweis, daß zum Auftrag der Bank auch die Finanzierung von Bildung gehöre.

Märkte der Bildungsfinanzierung eröffnen

Es werde künftig wichtig sein, Märkte der Bildungsfinanzierung zu eröffnen, die für die Studenten individuelle Lösungen ermöglichten, sagte Schavan. Zielgruppe seien vor allem jene 75 Prozent der Studenten, die keine Bafög-Unterstützung erhielten. Nach Auskunft des KfW-Vorstandsvorsitzenden Hans Reich erhalten die 6000 Studenten im Durchschnitt 500 Euro je Monat. Bei den Zusagen entfielen rund 10 Prozent auf Erstsemester und 15 Prozent auf Studenten zwischen dem 8. und 10. Fachsemester. Die KfW habe 500 Anträge auf einen Studienkredit bisher abgelehnt, weil die Studenten entweder überschuldet gewesen wären oder weil gegen sie Strafanzeigen vorlagen.

Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes erhielten im vergangenen Jahr rund 828.000 Schüler und Studenten Bafög. Das waren rund 19.000 oder 2 Prozent mehr als im Vorjahr. 47 Prozent der Bafög-Empfänger erhielten den höchstmöglichen Förderbetrag. Dessen Höhe hängt zum Beispiel davon ab, ob der Empfänger eine Berufsfachschule oder eine Hochschule besucht und ob er noch bei den Eltern wohnt. 53 Prozent bekamen eine Teilförderung, weil ihr Einkommen oder das der Eltern bestimmte Grenzen überstieg. Bund und Länder gaben insgesamt 2,28 Milliarden Euro für die Förderung aus, 69 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Im Durchschnitt erhielten geförderte Schüler monatlich 304 Euro, geförderte Studenten 375 Euro.

Text: mmue./rike. F.A.Z., 19.07.2006, Nr. 165 / Seite 11
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa/dpaweb

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