22. Februar 2005 Der weltweit drittgrößte Bierbrauer Heineken NV hat im abgelaufenen Jahr 537 Millionen Euro Gewinn erzielt, 33 Prozent weniger als im Vorjahr. Für 2005 rechnet das Unternehmen aus Amsterdam abermals mit einem schwächeren Ergebnis. Schuld daran seien der schwache Dollar, der nachlassende Bierdurst in Westeuropa und eine Abschreibung für eine angeschlagene Konzerntochter in Brasilien. Der Gewinn vor Sonderposten werde unter den 791 Millionen Euro liegen, die 2004 erzielt wurden, gab das Unternehmen als Prognose bekannt. Zu Heineken zählen Marken wie Amstel, Mönchshof, Paulaner und Jägermeister.
Der skandinavischen Konkurrenz ergeht es nicht besser als den Holländern: Bei Carlsberg A/S, dem weltweit fünftgrößte Brauereikonzern, ist der Gewinn im abgelaufenen Jahr um 50,1 Prozent auf 477 Millionen dänische Kronen (64 Millionen Euro) eingebrochen. Wegen des schwachen Wirtschaftswachstums, des Rauchverbots in Pubs und Restaurants in einigen Ländern und billiger Konkurrenz aus dem Supermarkt zieht es immer weniger Konsumenten zum Bier in die Kneipe.
Bierausstoß nur durch Übernahmen gesteigert
Der Umsatz von Heineken ist nur dank der Übernahme der österreichischen BBAG um 8,1 Prozent auf zehn Milliarden Euro gestiegen. Die Erlöse litten in Europa unter dem vergleichsweise kühlen Sommer. Mit dem Gewinn von 537 Millionen Euro verfehlte das Unternehmen die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt 679,5 Millionen Euro prognostiziert hatten. Heineken erhöht gleichwohl die Dividende um 25 Prozent auf 40 Cent.
Carlsberg hat 2004 mit 2,1 Milliarden Kronen (134 Millionen Euro) einen um 23 Prozent geringeren Vorsteuergewinn erwirtschaftet. Wie der zweitgrößte Bierbrauer in Europa weiter mitteilte, stieg der Umsatz um vier Prozent auf 36 Milliarden Kronen. Der Bierabsatz nahm um 13 Prozent auf 92 Millionen Hektoliter zu. Die Steigerung war aber durch die Übernahme der deutschen Holsten-Brauerei bedingt.
Es gibt einen harten Wettbewerb mit heftigen Preiskämpfen auf dem Markt. Und davon werden sich Heineken und Carlsberg nicht absetzen können, meinte Michael Hughes von der Fondsgesellschaft Baring Asset Management in London zu Bloomberg.
Carlsberg und Heineken wollen sparen - Werbung mit Brad Pitt
Die beiden Brauerei-Riesen wollen ähnlich auf den rückläufigen Bierkonsum. Das Unternehmen aus Kopenhagen wird angesichts dessen die Preise anheben und Stellen in Schweden abbauen, um die schwache Nachfrage nach Bier in Westeuropa auszugleichen, wie Carlsberg mitteilte. Und bei Heineken sollen die Kosten in Westeuropa bis 2007 um 50 Millionen Euro gesenkt werden, so das Unternehmen am Dienstag in Amsterdam.
Dessenungeachtet erwartet Heineken in diesem Jahr ein organisches Wachstum, welches den mittleren einstelligen Bereich nicht übersteigen wird. Zur Begründung verwies das Unternehmen auf höhere Aufwendungen für Marketing und Forschung und Entwicklung, deren positive Folgen erst mittelfristig zu erwarten seien. Um sein Geschäft anzukurbeln, kündigte das Unternehmen für dieses Jahr außerdem Ausgaben von 100 Millionen Euro für Werbekampagnen in Amerika und Westeuropa an. So wirbt dern Konzern in den Vereinigten Staaten mit dem Filmschauspieler Brad Pitt.
Text: FAZ.NET mit Bloomberg, Dow Jones-vwd, Reuters, dpa
Bildmaterial: dpa
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