Die Steilmann-Töchter

Die Gescheiterten

Britta Steilmann

Britta Steilmann

21. April 2007 Britta und Ute Steilmann - das sind die unglückseligen Töchter von Klaus Steilmann, dem Grandseigneur der Modebranche, dem Selfmademan, der in den Wirtschaftswunderjahren zum größten Damenschneider Europas aufstieg. Sie haben sich beide versucht am väterlichen Betrieb in Bochum-Wattenscheid. Beide sind sie gescheitert: Das väterliche Erbe ist verspielt.

Der Makel lastet vor allem auf der jüngeren Schwester Ute. Sie war es, die im vorigen Herbst die drohende Insolvenz und den Verkauf der Textilfirma - die früher immerhin 800 Millionen Euro Umsatz machte - an einen italienischen Investor verkünden musste. Mit der Übernahme durch die Mirco-Radici-Gruppe musste die Geschäftsführerin ihren Chefsessel umgehend räumen. Seither ist sie beschäftigungslos.

Ute Steilmann

Ute Steilmann

Dabei war es ihre Schwester Britta, die ihr 2003 einen Scherbenhaufen überlassen hatte. Britta Steilmann war das schillernde, rastlose Mediengirlie, das in den neunziger Jahren permanent von sich reden machte - als prämierte Öko-Unternehmerin, als Fußball-Managerin bei der SG Wattenscheid 09 und Pixelpark-Beraterin. Lange hielt sie es nie aus bei einer Sache.

Zweimal stieg sie als Juniorchefin im väterlichen Modekonzern ein, zweimal hat sie sich über Nacht verabschiedet. Immer wieder hatte sie sich mit Vater Steilmann gestritten. Heute entwirft, entwickelt und vermarktet Britta Steilmann Möbel, Innendekor und Kinderbekleidung - im kleinen Stil.

Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 22.04.2007, Nr. 16 / Seite 45
Bildmaterial: picture-alliance / dpa

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