Technologie

Siemens räumt bei Netzwerksparte auf

15. Oktober 2001 Mit einem weiteren drastischen Stellenabbau will der Siemens-Konzern seine defizitäre Netzwerk-Sparte Information and Communications Networks (ICN) aus den roten Zahlen bringen. „Über den bereits angekündigten Abbau von mehr als 5.000 Stellen hinaus wird es bei ICN zu einer weiteren Personalanpassung in der Größenordnung von 5.000 (davon 2.000 im Inland) kommen", teilte Siemens mit.

Die Zahl der weltweiten ICN-Fertigungsstätten werde halbiert. Das Restrukturierungsprogramm solle insgesamt mindestens zwei Milliarden Euro an Einsparungen bringen, erklärte ICN-Chef Thomas Ganswindt. Künftig werde in allen Geschäften die Ertragssteigerung Vorrang haben vor dem Umsatzwachstum.

Deutsche Werke bleiben erhalten

Nach Angaben eines Konzern-Sprechers sind die drei deutschen Fertigungsstätten in Bruchsal, Berlin und Greifswald nicht von Schließung bedroht. Allerdings werde es hier und insbesondere auch im Vertrieb Arbeitsplatzabbau geben. Auch die strategisch wichtigen Fabriken in China und Brasilien stünden nicht zur Disposition. Bei den Stellenstreichungen gebe es auch betriebsbedingte Kündigungen. Es werde keine Einsparungen auf Kosten der Zukunftsfähigkeit geben.

Darüber hinaus wird Siemens in der Mobilfunksparte ICM weitere 2.000 Stellen abbauen, die Hälfte davon in Deutschland. Damit erhöhrt sich die Zahl der Stellenstreichungen dieser Tochter auf 4.600. Insgesamt liegt die Zahl der Stellenstreichungen in den unprofitablen Netzwerk- und Mobilfunk-Sparten bei knapp 15.000.

Kritik an Strategie

Analysten begrüßten den Willen des Unternehmens, die Netzwerk-Sparte zurück zur Profitabilität zu führen, zweifelten jedoch an der Strategie. Die Sparte habe trotz der Anstrengungen zur Kostenreduktion einen Mangel an strategischer Ausrichtung, kritisierte Frank Rothauge vom Bankhaus Sal. Oppenheim.

ICN hatte die Flaute in der Telekommunikationsbranche vor einigen Monaten mit voller Wucht zu spüren bekommen. Nachdem die Netzwerk-Tochterr in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2001 über 360 Millionen Euro Verlust geschrieben hatte, leitete Siemens Vorstandschef Heinrich von Pierer im Juli für ICN einen Sanierungsplan im Umfang von zwei Milliarden Euro ein. Der für das Netzwerkgeschäft (ICN) zuständige Siemens-Vorstand Roland Koch musste gehen.



Text: @mey

 
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Netzökonom

Billig-DSL in der Stadt, aber teuer auf dem Land?

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