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Tchibo und Allianz verhandeln über Beiersdorf

14. Oktober 2003 Der Hamburger Kaffeeröster Tchibo und der Münchner Allianz-Konzern nehmen an diesem Mittwoch Gespräche über die Zukunft des Nivea-Herstellers Beiersdorf auf. Das bestätigten Branchenkenner am Dienstag in Hamburg. Tchibo-Chef Dieter Ammer will der Allianz das Konsortium präsentieren, das sich um den 44-Prozent-Anteil des Versicherungskonzerns bemüht.

Neben dem Kaffeeröster selbst gehören auch der Tchibo-Mitbesitzer Joachim Herz und eine Bank zu dem möglichen Erwerberkreis. Außerdem ist der amerikanische Konzern Procter & Gamble daran interessiert, Beiersdorf mit der Weltmarke Nivea zu übernehmen.

Rückendeckung des Senats

Tchibo hat das Konsortium mit Rückendeckung des Hamburger Senats gebildet, um für das gesamte Allianz-Paket bieten zu können. Da Tchibo selbst bereits mehr als 30 Prozent besitzt, genügen weitere 20 Prozent für die Beiersdorf-Mehrheit. Die überzähligen Anteile von rund 24 Prozent sollen nach den Plänen zunächst bei den übrigen Käufern geparkt und später eventuell über die Börse verkauft werden.

Da Beiersdorf bei einem erhöhten Streubesitz möglicherweise in den Aktienindex DAX aufsteigen würde, winken den Investoren gute Gewinnchancen, heißt es. Das Allianz-Paket ist rund vier Milliarden Euro wert.

Die HSH Nordbank hat am Dienstag erklärt, sie sei bislang nicht auf ein Engagement bei Beiersdorf angesprochen worden. Das Institut, das aus den Landesbanken in Hamburg und Schleswig-Holstein hervorgegangen ist, war in Medienberichten als möglicher Erwerber von Beiersdorf-Anteilen genannt worden. Das Geschäft wäre jedoch ebenso für die Hausbanken von Tchibo und Beiersdorf oder eine Investmentbank interessant. Beiersdorf steigert Jahr für Jahr Umsatz und Ertrag und gilt als eine Perle der deutschen Industrie. Der Hamburger Senat will den Verkauf an einen ausländischen Großkonzern verhindern, weil er Arbeitsplatz- und Steuerverluste befürchtet.

Allianz schweigt

Die Allianz äußerte sich auch am Dienstag nicht zu ihren Absichten. Nach Brancheninformationen hat Vorstandschef Michael Diekmann den Beiersdorf-Verkauf zur Chefsache gemacht. Finanzchef Paul Achleitner, der den Verkauf seit mehr als zwei Jahren anstrebt, habe den besten Zeitpunkt bereits verpaßt. Bislang scheiterte der Verkauf an den Preisvorstellungen der Allianz, der bis zum Sommer ungeklärten Eigentümerstruktur bei Tchibo und der Sperrminorität von 30 Prozent, die Tchibo nicht aufgeben will. Dadurch würde ein neuer Eigentümer in seiner Handlungsfreiheit eingeschränkt.

Text: dpa
Bildmaterial: dpa

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