Verbraucherpeise

Ein Euro ist nur noch 82 Cent wert

17. Januar 2007 Acht Jahre nach dem Beginn der Europäischen Währungsunion ist ein Euro, gemessen an der Kaufkraft im Binnenmarkt, nur noch knapp 82 Cent wert. Dies ergibt sich aus den endgültigen Angaben der europäischen Statistiker zur Entwicklung der Verbraucherpreise im vergangenen Jahr. Danach lag die europäisch harmonisierte Inflationsrate 2006 im gesamten Euro-Raum unverändert bei 2,2 Prozent.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat damit im siebten Jahr nacheinander keine Preisniveaustabilität erreicht, was auf mittlerer Sicht einer Inflationsrate von "unter, aber nahe 2 Prozent" entspräche. Für dieses Jahr erwarten die Volkswirte der Zentralbank nach den jüngsten Projektionen eine Inflationsrate von rund 2 Prozent, wobei der EZB-Rat weiterhin Preisrisiken sieht.

Inflation in Deutschland niedriger als im Euro-Raum

Die deutschen Verbraucher spüren den Wertverlust des Euro seit 1999 weniger, weil die hiesigen Verbraucherpreise in den vergangenen Jahren langsamer gestiegen sind als im gesamten Euro-Raum. Gemessen mit der hiesigen Verbraucherpreisinflation, sank der Wert des Euro seit 1999 in Deutschland um fast 14 Prozent, gegenüber fast 19 Prozent im gesamten Euro-Raum. Die deutsche Verbraucherpreisinflationsrate lag 2006 nach den endgültigen Angaben des Statistischen Bundesamt bei 1,7 Prozent und damit niedriger als die 2 Prozent im Vorjahr.

Die Verbraucherpreisinflation wurde im vergangenen Jahr maßgeblich durch höhere Energiepreise getrieben. In Deutschland verteuerte sich Energie zwar mit 8,5 Prozent etwas weniger stark als im Vorjahr mit 10,3 Prozent. Ohne die Energiepreise wären die Verbraucherpreise indes nur um 0,9 Prozent gestiegen. Am stärksten verteuerte sich von den Energieträgern im vergangenen Jahr Gas mit 17,7 Prozent. Leichtes Heizöl kostete 10,7 Prozent mehr. Die Preise für Kraftstoffe wie Benzin und Diesel stiegen um 5,6 Prozent. Als Folge der teureren Energie zahlten die deutschen Verbraucher auch für Wohnen und für Verkehr erheblich mehr als zuvor.

Überdurchschnittlich teurer wurden 2006 auch Nahrungsmittel; darunter Obst um 2,4 Prozent und Gemüse um 8,2 Prozent. Für alkoholische Getränke und Tabakwaren zahlten die Konsumenten 3,5 Prozent mehr, wobei vor allem die Tabakpreise um 5,2 Prozent zulegten.

Wettbewerb drückt manche Preise

Abermals überdurchschnittlich, wenn auch weniger stark als in den beiden Vorjahren, trug die Politik im vergangenen Jahr zur Teuerung bei. Die staatlich beeinflussten, administrierten Preise erhöhten sich um 2,2 Prozent. So verteuerte die Müllabfuhr sich um 2,7 Prozent. Volkswirte erwarten, dass die Politik in diesem Jahr mit der Mehrwertsteuererhöhung die Inflationsrate deutlich in die Höhe treiben wird.

In Wirtschaftsbereichen mit starkem Wettbewerb auch als Folge billiger Einfuhren profitierten die deutschen Verbraucher auch 2006 von spürbar niedrigeren Preisen als zuvor. So fielen die Preise für Nachrichtenübermittlung 2006 um 3 Prozent. Die Preise für Telefon- und Telefaxgeräte sanken um 13,5 Prozent. Personalcomputer und Fernseher kosteten fast 15 Prozent weniger. Bekleidung und Schuhe kosteten immerhin noch 0,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Hier hat sich der Preisrückgang halbiert, wohl auch als Folge der Einfuhrbeschränkungen für chinesische Waren, welche die Europäische Union erlassen hat.



Text: pwe. / F.A.Z., 18.01.2007, Nr. 15 / Seite 10
Bildmaterial: F.A.Z.

 
Kursabfrage 
NamePunkteProzent
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TecDax 734,26 -0,60
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