13. Februar 2006 Zu viele Menschen am falschen Ort, schrieb der amerikanische Historiker Mike Davis 1995 über Las Vegas. Inzwischen wohnen mit über 1,6 Millionen mehr als doppelt so viele im gesamten Großraum. Der Boom begann 1931, als der Bundesstaat Nevada das Glücksspiel legalisierte; Las Vegas hatte damals gerade mal 5000 Einwohner. 1935 weihte Präsident Franklin D. Roosevelt dann den Hoover-Damm ein. Das gewaltige Bauwerk staut den östlich von Las Vegas fließenden Colorado River. Seither hängt die Stadt am Stausee Lake Mead.
Las Vegas selbst liegt in der Mojave-Wüste, einem der regenärmsten Gebiete der Vereinigten Staaten. Durch den Lake Mead kann die Stadt aber die lange als unerschöpflich geltenden Wasservorräte der Rocky Mountains anzapfen. Vor sechs Jahren allerdings begann die heftigste Dürre seit Beginn der Aufzeichnungen 1905. Zwischen 1999 und 2004 nahm das Wasser des Stausees um die Hälfte ab, und der Stadtverwaltung ist etwas gelungen, was kaum jemand für möglich hielt: Sie hat den Wasserverbrauch gesenkt. Rasenflächen sind in Las Vegas nicht mehr gern gesehen, für die Umwandlung in Kies erhalten die Grundstücksbesitzer Prämien. Neue Swimmingpools werden nicht mehr genehmigt, und in den Brunnen vor den Kasinos sprudelt aufbereitetes Abwasser aus Duschen und Waschbecken.
Auswirkung der globalen Erwärmung
Das vergangene Jahr brachte mit höheren Niederschlägen eine leichte Entspannung. Doch niemand weiß, wann der Lake Mead wieder auf dem Stand der neunziger Jahre sein wird. Wissenschaftler der Columbia University vermuten nach einer Untersuchung historischer Baumringe, daß die Dürreperiode eine Auswirkung der globalen Erwärmung ist (Sciene v. 5. November 2004). Ein weiterer Anstieg der Temperaturen könne zu ernsten Langzeitproblemen führen. Außerdem sei die aktuelle Trockenperiode im Gegensatz zu früheren, jahrzehntelangen Dürren noch vergleichsweise blaß.
Text: F.A.S. vom 12.2.2006
Bildmaterial: Satellitenfoto: University of Maryland, Global Landcover Facility (GLCF) / Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
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