Die Magnetschwebebahn - ein deutsches Produkt

Spezial Die Technik des Transrapid funktioniert. Aber das allein entscheidet nicht über den Erfolg. Und wenn der Traum vom deutschen Exportschlager nun bald ausgeträumt ist, dann liegt das auch nicht an der Katastrophe im Emsland.

Lesermeinungen zum Beitrag

30. September 2006 18:22
Du fehlst  
TIMO TASCHE (TimoTasche)

Auch wenn die Spuren von der Unglücksstelle bald beseitigt sind, hinterlässt jedes einzelne Opfer eine grosse Lücke in unserer Mitte. Ich kannte niemanden persönlich, aber trotzdem spürt man diese Leere und diese Sinnlosigkeit. Man kann machen was man will, nichts nützt wirklich. Ich bin traurig.

Bewerten: schlecht gut
30. September 2006 01:10
Dran bleiben!  
philipp wagner (biddelup)

Danke für den gut recherchierten Artikel!
Als Arbeiten im Bereich der Kraftwerkstechnik sind mir "hinauf- und "hinutergerechnete" Statistiken wohl bekannt.
Der Philiosoph Paul Virilio schreibt: "Wer den Hochgeschwindigkeitszug plant, der plant auch die Hochgeschwindigkeitskatastrophe." Dieses immanente Risiko wohnt aber jedem Verkehrmittel inne. Das Kfz ist mit einer relativ niedirigen Durchschnittsgeschwindigkeit trauriger Spitzenreiter bei Unfalltoten pro gefahrenen Personenkilometern. Darum MUSS weiter an attraktiven schienen-(magnetbahn eingeschlosen)-gebundenen Alternativen entwickelt werden. Der Verkehrsinfarkt auf Autobahnen und in den Warteschleifen über Flughäfen kann mit Bahn und Maglev effizient begegnet werden. BEIDE Systeme müssen weiter vorangetrieben werden. Für Schwellenländer ohne Eisenbahnnetz ist die Magnetbahn eine interessante Option.
Unsere Land lebt von Technologie und einem makellosen Image der deutscher Ingenieurskunst. Nach 4Jahren Ausland, weiß ich, wovon ich rede.
Der Unfall im Emsland hätte nicht sein müssen - klarer Fall. Aber den Maglev deswegen gleich einzustellen, wäre vollkommen falsch.

Bewerten: schlecht gut
28. September 2006 09:36
Nicht aufgeben! Unter die Erde damit!  
Charles-Louis Joris (scharlui)

Die Transrapidtechnologie ist etwas vom schöpferischsten was je in Sachen Verkehrsverbundtechnik aufgegleist worden ist. Ihr haftet allerdings der Makel des Teuren und der Verletzlichkeit an.
Ein Abstreifer und vieles andere mehr kann nicht vor menschgewollten, kriminellen und/oder fahrlässigen Horrorcrashs schützen. Die Strecken können nicht lückenlos überwacht werden.
Die diesbezügliche Lösung wird in der Schweiz seit langerem studiert (leider nur halbherzig unterstützt). Die Magnetschwebebahn wird unter die Erde in Stollen relativ kleinen Durchmessers im Halbvakuum verlegt. Geschwindigkeiten bis 550 km/h bei trotzdem wesentlich geringerem Energieverbrauch sind denkbar. Diese Technik ist auf kurzen und mittleren Strecken auf alle Fälle sinnvoller, leichter kontrollierbar und sicherer als der heutige Wahnsinn mit den Billigflügen, der eher über kurz denn über lang in sich zusammenbrechen werden muss.
Charles-Louis Joris, Visp (CH)

Bewerten: schlecht gut
28. September 2006 01:24
der Beitrag ist eher ein Skandal, als Information,  
W.P. Bayerl (Dr.Bayerl)

.. hier wird ein Sytem zu Grabe getragen, das in China bereits erfolgreich läuft, was interessiert uns die Vergangenheit, die Zukunft gilt es zu gestalten, das kann man nicht mit Totengesängen über etwas was lebt,
unfassbar.

Bewerten: schlecht gut
27. September 2006 21:45
Wahrer Fluch war die damalige Entscheidung von Politik und DB für den ICE  
Daniel Rossmann (Danielrossmann)

Der wahre Fluch ist nicht der Transrapid, sondern die mutlose rückwärtsgewandte damalige Entscheidung von Politik und DB für den Hochgeschwindigkeitszug ICE. Die Technologie der Hochgeschwindigkeitszüge war damals im Gegensatz zum Transrapid bereits bekannt und erprobt (s. TGV in Frankreich oder der Shinkansen in Japan). Anstatt jedoch auf die Herausforderung durch den TGV mit einer völlig neuen und haushoch überlegenen Transrapidtechnik zu antworten, hat man sich dafür entschieden auf konventioneller Ebene gleichzuziehen. Eine mutlose, rückwärtsgewandte fatale Fehlentscheidung.

Auch für den ICE war eine völlig neue Infrastruktur notwendig, die aufgrund der geringen Steigungsfähigkeit des ICE auf manchen Strecken, wie z.B. Köln - Frankfurt und Würzburg – Fulda zig Kilometern von Tunneln bedurfte, die die Kosten für den Bau der Strecken enorm in die Höhe steigen ließ. Dies wäre beim Transrapid nicht erforderlich gewesen, da er eine Steigfähigkeit von 10% hat (Im Gegensatz zum ICE mit 4%).

Diese Fehlentscheidung für den ICE als „Technologie der Zukunft“ für Deutschland, war das eigentliche AUS für den Transrapid

Bewerten: schlecht gut
26. September 2006 12:37
Förderbürokratie  
Rosi Schute (rovobe)

Ihr Artikel „Harter Aufprall“ überzeugt deshalb, da er die Sachlage für sich selbst sprechen lässt. Dank für diese hervorragende Zusammenfassung.

Wenn sich eine Technologie 15 Jahre, nachdem die Bundesbahn die Einsatzreife festgestellt hat, nicht verkaufen lässt, sollte nun endlich Schuß mit öffentlichen Fördergeldern sein.
Es ist das Problem jeder Förderbürokratie, dass hartnäckig in große Projekte Steuergelder investiert werden (z. B auch den „schnellen Brüter“). Hier lässt sich mit vergleichsweise wenig Prüfaufwand viel Geld unterbringen.
Jede Förderbürokratie ist ineffizient, darum sollte man sie auflösen.
Wenn man dennoch Technologie fördern will, kann man die Universitäten in der freien- und Grundlagenforschung unterstützen.
Dies ändert zwar nichts an der von Ihnen so treffend beschriebenen Problematik
„Die sogenannte Informationsasymmetrie zwischen Industrie (oder Fachleuten, d. Verfass.) und Politik (einer kennt sich aus, der andere kaum)….“.
Dann verteilt sich das Geld aber auf mehr Stellen und die einzelnen Summen sind geringer; eventuelle „Ausfälle“ statistisch zu verkraften.
26.09.2006, Richard Schute, Köln

Bewerten: schlecht gut
24. September 2006 23:19
Der Fluch der Realität  
Walter E. Strahm (GRUFTY-45)

Nicht alles Machbare ist sinnvoll.
Nur das Sinnvolle soll gemacht werden.

In diesem Sinne, by by Transrapid.

Bewerten: schlecht gut
24. September 2006 22:22
realty check  
Martin Steinwand (Steinwand1)

Danke für diesen gründlich recherchierten und informativen Beitrag! Der interessanteste Aspekt des traurigen Spektakels Transrapid ist die Hartnäckigkeit, mit der Politik und Industrievertreter Einsatzstrecken in Deutschland und andernorts suchen, und die Regelmäßigkeit, mit der kommerzielle Betreiberunternehmen rund um den Erdball nichts mit der Realisierung solcher Strecken zu tun haben wollen. Die Botschaft ist klar und deutlich: Technologiepolitik die am Markt vorbei agiert ist zum Scheitern verurteilt, den was sich nicht rechnet, wird nicht gebaut.

Bewerten: schlecht gut
24. September 2006 21:29
Abstreifer  
Klemens Polatschek (klepo)

Zu Herrn Festge:

1. Nein, die Vorrichtung in dem Patent ist zur Montage an der Schnauze des Transrapid gedacht (ähnlich wie früher der Kuhfänger an Dampflokomotiven). Sie soll Gegenstände vom Fahrweg abstreifen. Man sieht sie so ähnlich an den heutigen Transrapid-Zügen.

2. Das Konzept des Transrapid sieht derzeit nicht vor, dass ein Kontrollwagen vorausfährt. Der sogenannte Werkstattwagen ist nur ein Inspektionsfahrzeug, das fallweise die Teststrecke im Emsland abfährt und sie gegebenenfalls säubert.

Best.
Klemens Polatschek

Bewerten: schlecht gut
24. September 2006 20:46
Der wahre Fluch des Transrapid  
Karsten-Hinrich Festge (Festge)

Wie man liest ist der Zug bei Lathen auf einen "Werkstattwagen" geprallt.-
FRAGEN eines technisch interessierten Laien:
1. Ist dieser Wagen identisch mit Patent DE 2546287 "zum Abstreifen von Gegenständen auf der Magnet-Fahrbahn" ?
2. Muß dieser Wagen jedem "Transrapid" vorausfahren- wenn ja, mit welchen Kostenfolgen ?-
Karsten Hinrich Festge
Walpersbach 218
A-2822 Erlach

Bewerten: schlecht gut
1 - 10 von 10 Lesermeinungen
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche