03. Februar 2007 Im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark ist es abermals zu einem Zwischenfall gekommen. Die Stromerzeugung im Reaktor 1 sei am Samstag wegen Sicherheitsmängeln eingestellt worden, teilte der zum Vattenfall-Konzern gehörende Betreiber mit. Es bestehe der Verdacht auf Beschädigungen an Gummidichtungen der äußeren Reaktorwände. Dies müsse analysiert werden.
Damit ist zum dritten Mal innerhalb einer Woche ein Atomreaktor in Schweden wegen technischer Probleme abgeschaltet worden. In der vergangenen Woche wurden die Reaktoren 1 und 3 im Kraftwerk Ringhals wegen technischer Probleme heruntergefahren.
Kraftwerkssprecher Claes-Inge Andersson sagte, wann die Reaktoren wieder ans Netz gehen könnten, sei völlig offen. Er bestritt jeden Zusammenhang mit den Debatten der letzten Woche zu Sicherheitsmängeln in Forsmark. Ein Sprecher der Strahlenaufsichtsbehörde SKi begrüßte die Abschaltung. Sie zeige, dass die Sicherheitsprobleme dort ernst genommen würden.
Verfall der Sicherheitskultur
Die beiden 26 Jahre alten Siedewasserreaktoren hatten im vergangenen Jahr nach einem als ernst eingestuften Störfall im Reaktor zwei Monate still gestanden. Nach einem Kurzschluss waren Notstromaggregate für den Reaktor nicht wie vorgesehen automatisch angesprungen. Die zuständige Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Vattenfall- Tochter Forsmark Kraftgrupp wegen Verdachts auf strafbare Handlungen im unmittelbaren Gefolge des Störfalls.
Umstritten ist, wie akut die Gefahrenlage nach dem Kurzschluss am 25. Juli war. Der zuständige Technikerausschuss für die Angestellten hatte in einem internen Papier den langfristigen Verfall der Sicherheitskultur in dem 150 Kilometer nördlich von Stockholm gelegenen Kraftwerk moniert. Dieser sei auf massiv zunehmenden Druck zugunsten hoher Kapazitätsauslastung und immer nachlässigerem Umgang mit den Sicherheitsvorschriften zurückzuführen
Text: FAZ.NET mit dpa und Reuters
Bildmaterial: dpa
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