Luftverschmutzung

Schatten über der Erde

Von Joachim Müller-Jung

21. März 2007 Es klingt kurios, doch Forscher des Nasa Institute for Space Studies in New York sind sich nach der Auswertung von Satellitendaten einigermaßen sicher: Die globale Luftverschmutzung hat seit Anfang der neunziger Jahre so deutlich abgenommen, dass immer weniger der einfallenden Sonnenstrahlung von den Luftpartikeln zurück in den Weltraum gelenkt wird und stattdessen zur beschleunigten Erwärmung der ohnehin vom Treibhauseffekt aufgeheizten Atmosphäre beiträgt.

Die Auswertung der Daten, die zwischen den Jahren 1981 und 2005 an Bord von Wettersatelliten gewonnen wurden, zeigt eine Abnahme der optischen Dichte, die kurz nach dem Vulkanausbruch des „Mount Pinatubo“ auf den Philippinen begann („Science“, Bd. 315, S. 1543).

Für solche Messungen nicht konstruiert

Der nachlassende „Dimmereffekt“ der Partikeln könne die Ursache für die in den vergangenen Jahren verzeichnete überdurchschnittliche und sogar deutlich über die Modellvorhersagen hinausgehende Erwärmung sein. Mögliche Folgen seien auch das beschleunigte Abschmelzen der Eisränder und des Packeises in der Arktis sowie der unerwartete Meeresspiegelanstieg gewesen sein.

Allerdings geben die Forscher zu bedenken, dass die Rückstrahlungdaten der Wettersatelliten, die nicht für solche Messungen konstruiert worden waren, Unsicherheiten bergen. Auf die Kalibrierung der Radiometer an Bord der Satelliten wurde früher weniger geachtet.

Das Bild der Nasa zeigt die mittlere Aerosol-Dichte des Jahres 2006. Die hohen Konzentrationen über Westafrika werden einem Mix aus Saharastaub und Rußpartikeln zugeschrieben, im Norden Indiens und Chinas gehen sie auf Industrieverschmutzungen zurück, über Indonesien und Sibirien auf Waldbrände und -rodungen.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Nasa, picture-alliance / dpa

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