Klimawandel in Deutschland

Längere Trockenheit, heftige Überschwemmungen

2071 die Regel? Aufgerissener trockener Boden in Brandenburg

2071 die Regel? Aufgerissener trockener Boden in Brandenburg

29. Januar 2007 Neue Klimamodelle sagen für Deutschland spürbar höhere Temperaturen, längere Trockenperioden und heftigere Überschwemmungen voraus. Zum Ende des Jahrhunderts werde es voraussichtlich rund zwei Grad wärmer sein als 100 Jahre zuvor, teilte das Umweltbundesamt am Montag in Dessau mit. Der Leiter des Bundesamtes, Andreas Troge, sprach von unabwendbaren Folgen für die deutsche Gesellschaft.

Nach den Berechnungen der Wissenschaftler wird es von 2071 an voraussichtlich um 1,8 bis 2,3 Grad wärmer als zwischen 1961 und 1990 sein. Die stärkste Erwärmung erwarten die Forscher für den Norden Deutschlands und die Voralpen. „Bei längeren Hitzeperioden werden wir es mit vorzeitigen Todesfällen in größerem Umfang zu tun haben“, sagte Troge im Mitteldeutschen Rundfunk (MDR).

Spürbar weniger Niederschläge

Forscher prophezeien 50 Prozent weniger Regen im norddeutschen Tiefland

Forscher prophezeien 50 Prozent weniger Regen im norddeutschen Tiefland

Der Studie liegen Modellrechnungen zu Grunde, die auf den meteorologischen Daten von rund 280 Klimastationen und 1700 Niederschlagstationen in ganz Deutschland basieren. Etwas geringer wird die Erwärmung demnach an der Nord- und Ostseeküste, in den zentralen Mittelgebirgen und im Osten Bayerns ausfallen.

Der Studie zufolge nehmen die Niederschläge von 2071 an deutschlandweit um 17 bis 22 Prozent ab. Für das ohnehin schon trockene norddeutsche Tiefland errechneten die Forscher allerdings 50 Prozent weniger Niederschläge. Für die Winter in den Gebirgsregionen werden dagegen deutlich höhere Niederschläge erwartet.

Veränderungen nicht mehr abwendbar

Die Modellrechnungen basieren auf zwei verschiedenen Szenarien für die künftig möglichen Treibhausgasemissionen: Das erste, höhere Emissionsszenario geht von einem starken Wirtschaftswachstum und einer weiteren Nutzung der fossilen Energieträger Kohle, Öl und Gas aus. Das zweite, niedrigere Emissionsszenario beruht auf einer verstärkten Einführung emissionsarmer und Ressourcen schonender Techniken. Auch wenn das zweite Szenario eintreten würde, wäre es nach Ansicht der Forscher nicht mehr möglich, abrupte Klimaänderungen und unumkehrbare Klimafolgen zu verhindern.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: dpa

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