
Nur eines vorne weg. Auch ich habe eine Auto und fahre damit. Die in diesem Artikel nahegelegte Konsequenz kann ich jedoch nicht nachvollziehen.
Nun kann und will ich die einzelnen genannten Zahlen, die dieser Artikel nennt nicht bewerten. Die Konsequenz, die der Artikel andeutet (Zitat:"Rein rechnersich könnte man sich fast gleich in´s Auto setzen") ist aus meiner Sicht jedoch genau die falsche. Als die wesentliche Größe wird hier die Auslastung der Züge angeführt. Wie kann man bei dieser Sachlage auf die Idee kommen, zum Auto zu raten. Genau das Gegenteil ist der Fall. Würden mehr Leute mit der Bahn fahren, so würde auch die Auslastung der Züge und somit deren Wirkungsgrad steigen.

Die automobile Zunft darf frohlocken, der Morgenkaffe schmeckt noch mal so gut und dem gummibereiften Sonntagsausflug steht bei bester Oktobersonne nichts mehr im Wege: Gottfried Ilgmann liefert die „unbequeme Wahrheit“ über das Bahnfahren und das damit um so bequemere Alibi für ungetrübte Autofreuden frei Haus. Er verweist zwar richtig auf die geringe und damit wenig umwelteffiziente Auslastung des DB-Fernverkehrs, fragt aber nicht nach Ursachen und sinnvollen Alternativen. Preiswertere Bahntarife, besserer Service und Kundennähe, kein Thema für ihn. In altunbewährter Bundesbahnmanier findet er anstelle einer sinnvollen Lösung gleich drei neue Probleme, um der Bahn den Nutzen im Klimaschutz abzusprechen. Das scheint auch in weiteren konstruierten Zusammenhängen und dem durchschaubar strategischen Zusammenspiel von llgmann und Ulf von Rachhaupt in dessen Nebenkommentar beabsichtigt: Ilgmann will nur in Fahrtgemeinschaften im PKW, Reisebussen oder relativ langsamen, stark ausgelasteten Zügen einen wirksamen Klimaschutz erkennen, Rauchhaupt stellt fest: So aber will die Mehrheit der Bürger nicht reisen.“ Es soll anscheinend alles beim Alten bleiben. Alle reden vom Wetter, wir nicht: Die Frankfurter Allgeneine Sonntagszeitung.

Wenn der Speisewagen fährt, ist er zu berücksichtigen, ansonsten schaffen sie ihn ab.
So wie Sie rechnen, ist es nicht koscher.

Einen Speisewagen samt Küche gibt es in Pkws nicht, daher kann er wie andere Zusatznutzen nicht der Bahn zugeschlagen werden. Sie haben übrigens eine Verbrauchs-Zahl für die Autos genommen, in der die Klimaanlage und noch andere Nebenaggregate rausgerechnet sind. Des Weiteren ist der WTT (wheel to tank) Faktor beim Auto nicht richtig: Alleine vom Rohöl zum Benzin Bleifrei sind es durch die mehrfache Prozessführung über die Rektifikationsstufe 20 - 25 %, also von mehr als 8 Liter auf mehr als 10 Liter.
Mein Rat: Entweder Chemiker und Physiker in der Zukunft drüberlesen lassen oder eben einfach auf den theoretischen möglichen Zielerreichungsgrad abstellen. Beim Auto sind dies 8 bis 12 %, bei der Bahn wegen Elektromotorischen Antriebs bestimmt mehr als 60 %.
Weiterhin geht es nicht um Effizienzvergleiche, man sollte die Zielorientierung Gramm CO2 pro Serviceeinheit Personenkilometer ( - meinetwegen beaufschlagt bei der Bahn mit Umwegefaktor - ) bleiben. Wenn die Bahn auf Ökostrom umstellt (was sie leider nicht macht), dann könnten Werte von 18 - 24 g CO2 / km erreichbar sein.
Wenn aber das Auto - UND DAS IST DIE CRUX - auf Öko-Sprit umstellt, dann ist der Flächenverbrauch zu hoch.
FAZIT:Bahn könnte Öko, Diesel-Auto nicht.

Mir zeigt die Diskussion mit allen Ungewissheiten erneut eines: es gibt nicht das eine optimale Verkehrsmittel. Gefragt ist in jedem Einzelfall der gesunde Menschenverstand. Daher mein Aufruf an alle Bahnfahrer: setzt die Scheuklappen ab und nehmt auch mal das Auto! Und vice versa an alle Automobilisten: traut Euch und fahrt mal wieder Zug!

Ihre Gedanken konsequent weitergedacht: warum nicht die Bahn gleich ganz abschaffen? Die Investitionen in ein zumindest teilweise "selbstfahrendes" Auto stecken (incl. aller techn. erforderlicher Ausrüstungen und Infrastrukturen)? Wie sähe dann die Bilanz aus mit allen Folgen für Einzelne und Gesellschaft? Das Ergebnis wäre sicher interessant!
Wäre der umgekehrte Fall auch denkbar? Abschaffung des Individualverkehrs und Ersatz durch ein perfektes öffentliches System (das viel individueller nutzbar sein müßte als das bestehende)?
Da möchte man doch tatsächlich Verkehrs- und Zukunftsforscher sein...

Herr Michael Menzel erzählt uns "Im Auto ist es immer angenehm klimatisiert und man muß durch keinen Platzregen und Kälte zu Fuß zu der elenden Einrichtig "Bahnhof", die nun schon 150 Jahre alt ist, zu Fuß gehen. Man kann eben nicht auf den Bahnsteig fahren und in den Zug umsteigen."
Nu, wie lange ist er denn auf dem Weg zum und vom Parkplatz seines Autos unterwegs, durch Platzregen und sonstige Wetterunbill?
Ich bin früher oft genug mit dem Auto in die Tiefgarage unterm Bahnhof gefahren, und dann trocken in den Zug gestiegen, weil der ja nun mal wesentlich bequemer ist und ich dort wie ein Großkopferter gefahren werde, anstatt selbst am Steuer arbeiten zu müssen. Und heutzutage brauch ich zu Fuß zur nächsten U-Bahn- oder S-Bahn-Station nicht länger als mancher in zentraleren Wohnbezirken auf der Suche nach der Nebenstraße, in der man schließlich nach langem Herumirren am Vorabend einen Parkplatz für den eigenen PKW gefunden hat.
Gute Reise!

Eine Zusammenfassung:
Die Bahn ist allenfalls etwas sparsamer als der PKW, dafür in vielen Fällen viel langsamer (von Haustür zur Haustür, nicht von einem ICE-Bahnhof zum anderen). Mindestens für diejenigen, die zur Arbeit fahren oder beruflich unterwegs sind, ist eine doppelte oder dreifache Reisezeit für eine fragliche Einsparung von 10 oder 20% Energie nicht akzeptabel.
Die Bahn könnte punkten beispielsweise beim Komfort. Wenn ich mit meiner Familie für eine längere Fahrt ein eigenes, sauberes, gemütliches Abteil mit guter Ausstattung buchen könnte oder als Einzelreisender/Pendler einen ruhigen, sauberen Arbeitsplatz mit Internetanschluß, dann hätte die Bahn einen Systemvorteil, der ihre Nachteile ausgleichen könnte. Wie die Wirklichkeit aussieht weiß jeder aus eigener Anschauung. Die Bahn benimmt sich in vielen Fällen so, als hätte sie noch ein Quasi-Beförderungsmonopol wie vor der Massenmotorisierung.
Es gibt tatsächlich zahlreiche PKW, die im Praxisbetrieb nur 4-6 Liter brauchen, auch wenn das manche eingefleischten Bahnfahrer nicht glauben wollen. Und wenn hier mit Auslastung argumentiert wird: Auch jeder zusätzliche Mitfahrer im PKW ist praktisch "kostenlos", genau wie bei der Bahn.

Erfreulich, dass hier einmal mit den geschönten Zahlen aufgeräumt wird. Doch muß man fairer Weise noch darauf hinweisen, dass auch die Zahlen zum durchschnittlichen Pkw-Verbrauch einer kritischen Würdigung kaum standhalten. Wie schon bei den endlosen Co2-Diskussionen wird auch hier m.E. zu Unrecht einfach der Verbrauchswert der Pkw-Flotte angenommen, der für das jeweilige Fahrzeug nach der EU-Norm ermittelt wird.
Damit wirbt jder Hersteller und auch der stolze Besitzer eines trendigen SUV versucht damit am Stammtisch zu punkten: Mein BMW X 3 verbraucht doch "nur" 8 Liter...
Allerdings ist diese Norm - zumindest für den deutschen Verkehr - völlig praxisfremd, denn sie wird nur bis 120 km/h gemessen (und noch dazu mit hohen Anteilen an Konstantfahrt). Wer kauft sich aber 150 oder mehr PS, um damit 120 zu fahren? Und wer in Physik nicht immer nur gefehlt hat, weiß, dass der Widerstand (hier: Summe aus Roll- und Kuftwiderstand) im Quadrat zur Geschwindigkeit wächst!
So wird dann wohl so mancher mit seinem Gefährt schon auf der Fahrt zur Arbeit, erst recht aber bei der Urlaubs- oder Geschäftsreise, weit jenseits der EU-Norm unterwegs sein... Beim gemeinen SUV dürfte er sogar um mehr als 100 Prozent darüber liegen.

Es stimmt, dass die Bahn nicht wirklich in der Lage ist, die benötigten Kapazitäten vorrauszusagen (die wenigsten ÖPNVs sind dazu in der Lage). Ich denke hier mit schrecken an die total überfüllte Bahnen morgens im Berufsverkehr. Des weiteren schadet die Bahn sich mit ihrer chronischen Unpünktlichkeit selbst. Wenn ich für den Nachhauseweg mit der Bahn (bis zur Haustür) zwischen 30min und über 2Std benötige (dem supertoll getakteten Fahrplan sei dank), aber mit dem Auto die gleiche Strecke in max 40 Minuten schaffe, da erübrigt sich die Frage ja fast. Ökologisch sinnvoll hin oder her. Ökonomisch ist die Bahn ja im Nahverkehr ja auch fast kaum noch, wenn ich mir die Ticketpreise angucke...

Haben Sie auch Beweise für Ihre These, dass Bahnfahren das Klima weniger belastet, oder ist das ein Glaubensgrundsatz und jegliche Argumentation dagegen Ketzerei wie im Mittelalter?
Selbst wenn ich den Aussagen der Bahn Glauben schenke und sie wirklich nur ein 2l Sprit verbraucht, dann komme ich mit einem vollbesetzten Auto - nein, kein Rennwagen - auf ca. 1,5l pro Person.
Und wie hoch die Kosten für die Fertigung des Autos alle 10 bis 15 Jahre sind und die ständig neuer Züge will ich nicht gegeneinander aufrechnen, denn das wird auch gerne vergessen.
Glauben Sie der Bau neuer Bahnhöfe wie in Berlin kostet keine Energie, zumal wenn sie so überheblich sein müssen wie der neue HBF?

Ich wähle innerhalb Deutschlands immer das Auto, da ich es mit zwei oder drei Personen besetzt immer günstiger ist als die Bahn oder das Flugzeug.
Zudem kommt bei defensiver Fahrweise - 90km/h auf der Autobahn im konstanten Abstand hinter einem LKW hinzu, dass ich dabei nur ein Benzin-Äquivalent von 5,5l verbrauche - 4,0l Diesel.
Auf eine Einzelne Person gerechnet ist das auch aus Umweltsicht unschlagbar.

Die Rechenweise ist betriebswirtschaftlicher Unfug und der Kompexität des Problems nicht angemessen.
Primär muss man die Grenzbelastung betrachten, nicht die Vollbelastung.
Die makroökonomische Frage muss also lauten: Wievielmehr an Energie wird benötigt, um einen einzigen Menschen zusätzlich von A nach B zu transportieren?
Und da sieht die Bilanz bei Bahn und Flugzeug wesentlich besser aus als beim Auto oder Motorrad.
Dafür ist natürlich die Grundbelastung bei den Massentransportmedien wesentlich höher als bei den Individualtransportmedien. Also: Der Energiebedarf, um ein Transportmedium überhaupt fahren zu lassen - unabhängig von der theoretischen Kapazität.
Also gilt es, letztere zu flexibilisieren. Das ist ein ökonomisches Problem, mit dem sich jeder Mensch, jeder Betrieb auseinandersetzen muss, um korrekte Entscheidungen zu treffen. Und dazu sollen Statistiken dienen - nicht zur unsachlichen Polemisierung.
Also, FAZ: Ich würde mir von Ihnen etwas mehr Differenziertheit wünschen. Wenn ich Polemik haben möchte, schaue ich Scheibenwischer oder lese Bild.

1. ist der Geasamtenergieverbrauch der Bahn wirklich auf Primärenergie umgerechnet? 2. Beim PKW sind noch erhebliche Einsparpotenziale vorhanden! 3. der Fahr- Komfort des bislang sparsamsten PKW - dem 3L Lupo - ist dem Durchschnitt der Bahnflotte meilenweit überlegen !!!

ist, dass die Masse der Menschen ihr Transportmittel nicht anhand des Umweltaspektes wählen.
Ich meine dabei die Entscheidung ob Auto oder Bahn oder Flugzeug oder Bus oder Tram oder Fahrrad, nicht etwa die Wahl zwischen Auto X und Auto Y.
Bis auf eine in der Umweltbilanz zu vernachlässigende Minderheit wählen alle ihr Transportmittel nach ganz anderen, nämlich ökonomischen Kriterien aus - Kosten, Zeitbedarf, Verfügbarkeit, Bequemlichkeit etc.
Die Umweltdiskussion wird nur so scharf geführt, weil das im heutigen Gesellschaftsklima niemand zugeben will und man unbeding politisch korrekte Gründe für alles braucht - es klingt ja auch viel besser zu sagen man fahre wegen der Umwelt mit der S-Bahn zu Arbeit, als zu gestehen man habe kein Geld für Sprit oder ein eigenes Auto.
Und ebenfalls klingt der Beweis der höheren Umweltverträglichkeit des Autos besser, als zu gestehen dass man zu faul ist die zehn Minuten zur S-Bahnstation zu Fuß zu gehen.
Viele Kommentare hier spiegeln das m.E. wieder - jeder weiß zu beweisen, dass sein Transportmittel das Umweltverträglichere ist, obwohl die Wahl dafür in Wirklichkeit aus ganz anderen Gründen (die ja nicht per se schlecht sein müssen!) gefällt wurde.

Das ist doch ein bisschen Schwachsinn, diese Rechnerei. Hier könnte man noch uferlos hin- und herrechnen. Wollen wir etwa noch den Energieverbrauch der Autozeitschriften mitrechnen? Oder bei der Bahn die Energiekosten des Restaurants wieder herausrechnen, weil diese Energiekosten ja auch da wären, wenn ich sonst in einem Restaurant essen würde?
Doch es gibt noch Energieeinsparungen bei der Bahn. Die Geschwindigkeit der Züge sollte gedrosselt werden und es würden deutlich weniger Sitze für die 1. Klasse genügen. Wann immer ich dort bin, sind die Sitze vielleicht zu 10% ausgebucht. Aber das ist ja die gleiche verheerende Ökobilanz der Reichen wie sie auch bei den Autos ist. Die schnellen, teuren Autos haben einen deutlich höheren Verbrauch. Der Fisch stinkt wieder mal vom Kopf her.

Interessant wäre, wie viel Zeit man braucht, um von Punkt A nach B zu kommen. Aber die komplette Zeit, z.B. vom Verlassen der Haustür bis zum Eintritt ins Büro. Die Zeit zwischen dem Anfangspunkt und dem Endpunkt einer Reise kann selten mit sinnvollen Aktivitäten ausgefüllt werden kann. Es sind Wenige, die die Bahnfahrt wirklich (!) nutzbringend und effektiv mit einem Laptop ausnützen können.
Meint also, man müßte so etwas wie einen Komfortfaktor verbunden mit einem theoretisch erreichbaren, volkswirtschaftlich messbaren Leistungsfaktor während des vollständigen Weges einführen. Denn wer will abstreiten, Zeit ist Geld?
Im Auto kann man als Selbstfahrer den PC nicht nutzen. Aber man komfortabel und effektiv Telefonate erledigen. Im Zug ist das nicht so toll, da alle mithören und zudem die Verbindungen entlang der Zuglinien häufiger abreißen als an Fernstraßen. Im Auto ist es immer angenehm klimatisiert und man muß durch keinen Platzregen und Kälte zu Fuß zu der elenden Einrichtig "Bahnhof", die nun schon 150 Jahre alt ist, zu Fuß gehen. Man kann eben nicht auf den Bahnsteig fahren und in den Zug umsteigen. Man sollte das individuelle Mikroklima im Auto nicht unterschätzen.

... und Obst essen hilft beim Abnehmen nicht ...
Der Titel in der FAS vom 14.10.07 ist einer seriösen Zeitung unwürdig! Mir ist fast die Luft weggeblieben und ich musste mich vergewissern, dass ich nicht versehentlich die Zeitung mit den 4 großen Buchstaben erwischt habe.
Natürlich ist Bahnfahren mit Energieverbrauch verbunden, ganau wie Obst dem Körper Kalorien zuführt. Das sind doch keine neuen Erkenntnisse. Wer abnehmen will sollte weniger essen und wer was für die Umwelt tun will, sollte mehr laufen oder radfahren.
Folgerichtig ist es auch nach dem Artikel unbestritten, dass Bahnfahren das Klima weniger belastet, als Auto fahren. Genau wie Obst weniger fett macht, als Schweinebraten.
Wozu dann diese reisserische Überschrift auf der Titelseite?
mfg

Das mag ja alles richtig sein, nur: Für die Entscheidung "nehmen wir Bahn oder Auto" taugt diese Energiebilanz nicht. Da muss man die Frage andersrum stellen, nämlich "wieviel spare ich an Energie, wenn ich das Auto nehme, und wieviel spare ich bei der Bahn".
Und da sieht die Sache dramatisch anders aus: Beim Auto sind's die im Artikel genannten 5,2 Liter, bei der Bahn - so gut wie nichts, da meine 80 Kilo nur einen vernachlässigbaren Mehrverbrauch verursachen.

Als "eine unbequeme Wahrheit" wird in der Energieverbrauch der Bahn dargestellt. Das Kernargument ist die Bahn verbraucht genausoviel bzw. mehr Energie als ihre Konkurrenten.
Der Indikator dafuer ist das "Benzin-Energieäquivalent".
Es ist dieser Indikator der unbequem ist, nicht der Energieverbrauch als solcher.
Warum ist Energieverbrauch "unbequem"? Wohl vorallem ob der oekologischen Bilanz. Wer Energieverbrauch schaedigt die Umwelt haeufig mit Kohlendioxid und mit dem Verbrauch begrenzter Ressourcen. Nur nicht alle "Energie" ist in dieser Weise gleich unbequem. Benzin ist sehr unbequem, Atomstrom problematisch und Wasser bequemer . Die Bahn verbraucht nicht direkt Benzin, sondern vorallem (!) Elektrizitaet, welche aus verschiedenen, eben auch deutlich bequemeren Quellen kann.
Energieverbrauch ist aber auch sicherheits- und oekonomisch unbequem und hier liegt die entscheidende schwaeche des "Benzin-Energieäquivalent". Die Bahn kann ihre Energie aus verschiedenen Quellen beziehen, das Auto ist auf Benzin bzw. Diesel und ausschliesslich auf diesen angewiesen. - Dies ist sicherheitspolitsch problematisch, die ist oekonomisch problematisch, weil es einseitig ist.
Ergo der Indikator ist schlecht - Energie ist mehr als Benzin

Sie wählen einen sinnvollen Ansatz, wenn Sie den Energieverbrauch von schienen- und straßengebundenen Verkehrsträgern "across the lifecycle" berechnen, also unter Berücksichtigung von den eigentlichen Transport ermöglichenden Vorleistungen und Nachwirkungen. Doch Sie vergessen, dass unter Umweltgesichtspunkten nicht primär der Energieverbrauch entscheidendes Kriterium ist, sondern die daraus resultierenden CO2-Emmissionen. Während Verbrennungsmotoren, selbst mit Biokraftstoffen, keine neutrale CO2-Bilanz erreichen können, ist dies für den Verkehrsträger Bahn, bei entsprechender Energiepolitik, durchaus möglich. Schon heute entstehen in der Produktion von Strom wesentlich weniger Emmissionen als in der Herstellung und Verbrennung von Petroleum. Nach Abschltung der Kohlekraftwerke wird sich diese CO2-Bilanz nochmals verbessern. Dieser entscheidende Unterschied begründet die Umweltfreundlichkeit der Bahn und gibt ihr, auch nach Einführung von Hybridmotoren, gerade auf den Langstrecken einen entscheidenden Vorsprung.

Büros und Bahnhöfen nicht vergessen, der ja auch vorhanden ist!

verbrauche ich zusammen mit meiner Frau auf einer Fahrt von Nürnberg nach Berlin durchschnittlich 4,2l Diesel pro 100km.
Das macht also 2,1l pro Kopf.
Was ist am Auto also so umweltschädlicher?

1. die Gesamtbilanz müsste auch die herstellung der fahrzeuge umfassen und wird ein zug besser als eine flotte von autos aussehen.
2. der umwegverkehr: wer wirklich klever ist, wohnt ja in der nähe der bahn und braucht keinen umwegverkehr.
wer also vor jahren weg von der bahn ins grüne gezogen ist, der kann der Bahn ja den umwegverkehr nicht anlasten.
3. die bahn kann sich wie das Auto noch erheblich verbessern mit Bremsenergierückgewinnung und einer Umstellung von 16 2/3 Hz auf 50 Hz. Leider wurde dies bei der deutschen Einheit verpasst aus Angst vor der europäischen 50Hz-Konkurrenz. Mit 50 Hz wären die Netzverluste durch das entfallende 16 2/3 Hz-Netz viel geringer und diese Kohlekraftwerke müssten sich dann im 50 Hz-Netz ihren Platz suchen.
Die Bahn hätte dann erheblich mehr Einfluss auf ihre CO2-Emission als jetzt mit ihrer Kohlebindung.
Dazu sollte die Bahn (wie ihre Kunden) ihren Gebäudebestand energetisch sanieren.
4. der bau der straßen und bahnen und die Reparatur und wartung der Autos wie der Bahn sind hier nur ansatzweise enthalten.
4. Essenz: die wahren Zahlen und Potentiale sind das bisher immer noch nicht. der weg ist ja das Ziel der FAZ.
bei erreichen der Ziele wäre ja keine FAZ mehr nötig.

Die Verbrauchswerte die der Autor unter Einbeziehung bisher nicht berücksichtigter Daten errechnet hat mögen enttäuschend sein.
Mit seinem Fazit "Rein rechnerisch könnte man sich fast gleich ins Auto setzen" stimme ich jedoch nicht überein. Der Autor vergisst dabei, dass die Bahn so oder so fährt - ob ich nun einsteige oder nicht. Entscheide ich mich aber für die Bahn, bleibt mein Auto zu Hause stehen, eine noch größere Belastung der Umwelt bleibt somit aus. Gleichzeitig sorge ich mit der Bahnfahrt für eine bessere Platzauslastung.

Ein sehr guter Artikel, wie ich finde. Es wird deutlich herausgestellt, dass der Faktor "Auslastung" eine überaus große Rolle spielt.
Für eine profunde Bewertung ist es da natürlich sehr schade, dass es keine unumstrittenen Zahlen zur tatsächlichen Auslastung der DB gibt. Dass die Schweizer einwohnerbezogen mehr Zugtickets kaufen als die Deutschen, die Auslastung der DB aber sehr viel besser sein soll, erscheint auch mir fragwürdig. Auf der anderen Seite ist es natürlich möglich, dass die Schweizer ein viel engmaschigeres Netz haben als wir und daher die Züge leerer sind. Die Schweiz ist nunmal ein kleines Land.
Wie auch immer, die Auslastung spielt eine herausragende Rolle. Und dieser Umstand sollte in der Diskussion um die Bahnprivatisierung viel deutlicher herausgestellt werden. Wenn im Moment immer das Wehklagen über die mögliche Stillegung von unrentablen Strecken einsetzt, sollte man doch immer dazusagen: Eine RB, in der nur fünf Leute sitzen, ist sowohl wirtschaftlich als energetisch eine Katastrophe. Und falls dies auf einer Strecke häufig vorkommt, dann macht ein Weiterbetrieb unter den beiden Gesichtspunkten keinen Sinn.
Dass solche Fakten von Tübinger Oberbürgermeistern & Co ignoriert werden, finde ich frech.

Und trotzdem macht es einen Unterschied, ob ich mich von einem ohnehin fahrenden Zug mitnehmen lasse (und dadurch fast keinen zusätzlichen Energieverbrauch verursache) oder ob ich mich im Auto auf den Weg mache und meinen Tank leerfahre!
Je mehr Menschen ihr Auto stehen lassen und mit dem Zug fahren, umso höher die Auslastung, umso geringer der spezifische Energieverbrauch, umso besser die Umweltbilanz....
Der rein rechnereische Weg führt also genau in die falsche Richtung (was dem Autor sicher auch klar war, aber trotzdem nochmal deutlich gesagt werden sollte).
Also: eben gerade NICHT egal, sondern Zugfahren!
Ansonsten finde ich es durchaus verdienstvoll, "statistische Wahrheiten" aufs Korn zu nehmen und etwas hinter die Fassade zu schauen. Dazu empfehle ich ein spannendes Buch:
"Der Hund, der Eier legt. Erkennen von Fehlinformation durch Querdenken." (Taschenbuch)
von Hans-Peter Beck-Bornholdt (Autor), Hans-Hermann Dubben (Autor).