
Heute, Montag Morgen, habe ich mit einigen jungen Menschen aus Mittelamerika gesprochen, die sahen sehr müde aber froh aus. Ich glaube - als Methodist - dass man die Auswirkung dieser Arbeit nicht überschäzen kann. Wenn in einem, bevölkerungsmäßig, kleinen Lande, das nur 30% Katholiken hat, an einem kühlen, für mich kalten, Abend etwa eine halbe Million Menschen auf die Strasse bringen kann und 250000 jugendliche im Freien schlafen, muss ein guter Grund da sein! Die Menschen haben doch jahrzehnte lang versprechungen bekommen, von denen nichts verwirklicht wurde. Die Australier haben einen Mann, Labour, an die Spitze gewählt, der offen und regelmäsig zur Kirche geht und auch der Ministerpräsident dieses Bundesstaates (NSW), geht regelmässig zur Kirche. Die Menschen wollen bessere soziale Verhältnisse. Aber seit 68 werden sie an der Nase herumgeführt! Das war globalisiert! Wenn irgend ein Deutscher etwas für die Verbesserung des Ansehens unseres landes tut, ist es dieser Papst.

An dieser Stelle möchte ich nur einen Gedanken aufgreifen: Eine mögliche Beziehung zwischen Globalisierung und Katholizismus in der Gegenwart. Was unter Globalisierung zu verstehen und wie diese zu realisieren sei, darüber gehen die Geister auseinander. Das ist bei solch komplexer Materie unvermeidbar. Andererseits fordert die Wirklichkeit schon täglich eine Antwort auf das, was man im weiteren Sinne bereits als Globalisierung begreifen kann. Globalisierung wird dann u.a. als unermessliche Erweiterung der eigenen und Entgrenzung der gesamten Welt, als plötzliche Unmittelbarkeit bisher Fremden, und als sich aufdrängende Ungewissheit gewaltiger Prozessveränderungen und -beschleunigungen erfahren. Philosophisch betrachtet, bringt Globalisierung im Wesentlichen jedoch immer noch an erster Stelle Menschen von überall zusammen. Und diese erheben gerade in diesen riesigen Bewegungen des Globalen immer deutlicher und lauter die Stimme nach persönlicher Wertschätzung, Lebenssinn, Gerechtigkeit, Frieden und Schutz als Schöpfung. Auf den WJTen begegnen sich Menschen verschiedenster Herkunft, in der globalen Welt oft Nachbarn und Kollegen, im Glauben aber als Familie, die ihren Anliegen eine gemeinsame und überzeugende Stimme verleiht.