Abschluss des Amerika-Besuchs

Papst betet für Opfer des 11. September

Von Heinz-Joachim Fischer, New York

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20. April 2008 Zum Ende seines sechstägigen Amerika-Besuchs hat Papst Benedikt XVI. zu mehr Mitgefühl und Versöhnung aufgerufen. Am Sonntagmorgen begab er sich nach „Ground Zero“ in New York, wo die beiden am 11. September 2001 von Terroristen zerstörten Türme des World Trade Center standen. Er wandte sich an den „Gott der Liebe, des Mitgefühls und der Versöhnung“ und betete für die „unschuldigen Opfer dieser Tragödie“ und „die Heilung von Verletzungen und Krankheit, des Leids der noch trauernden Familien, die Kraft, ihr Leben in Mut und Hoffnung fortzusetzen“.

Nach einigen Minuten stillen Gedenkens und dem Anzünden einer Kerze kniete er nieder und bat in einfachen Worten um Frieden. Ausdrücklich schloss er nicht nur die mehreren tausend Opfer, sondern auch die Täter der Anschläge in sein Gebet ein. „Führe diejenigen, deren Herzen und Seelen von Hass verzehrt werden, zu Deinem Weg der Liebe.“ Der Papst, der nach den Strapazen der sechstägigen Reise einen erschöpften Eindruck machte, wurde vom New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg und Angehörigen der Opfer begleitet.

Rief die Kirche zu einer „Reinigung“ auf

Bei einer Messe zum dritten Jahrestag seiner Papstwahl rief Benedikt am Samstag die Kirche zu einer „Reinigung“ auf. Er bezog sich damit auf den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische Priester an. Es sei jetzt „Zeit zur Heilung“ der Wunden. Die Bischöfe müssten „weiterhin effektiv daran arbeiten, um dieses Problem zu lösen“.

Auch in seiner Predigt am Sonntagnachmittag vor Zehntausenden von Gläubigen im Yankee-Baseball-Stadion appellierte der Papst an die „edelsten Fähigkeiten der Menschen“ für sich und andere ein Leben in Hoffnung und Würde zu gestalten. Sehr persönliche Worte „von Mitgefühl und Versöhnung“ fand Benedikt in der Begegnung mit Jugendlichen, als er von seiner eigenen Jugend während der Nazi-Herrschaft sprach: „Meine Jahre als Teenager wurden ruiniert von einem unseligen Regime, das vorgab, auf alles Antworten zu besitzen; sein Einfluss wuchs in allen zivilen Einrichtungen und sogar in der Religion, bevor es voll als das Ungeheuer erkannt wurde, das es war. Benedikt wird an diesem Montagmittag wieder in Rom erwartet.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: reuters

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