Streitbarer Theologe: Joachim Kardinal Meisner

Kardinal Meisner

Wenn Gott nicht mehr in der Mitte steht

In der F.A.Z. nimmt Kardinal Meisner Stellung zu seiner umstrittenen Rede und bedauert, dass die Vokabel „entartet“ im Zusammenhang mit Kultur „Anlass zu Missverständnissen gegeben hat“. Der Gastbeitrag im Volltext.

Lesermeinungen zum Beitrag

25. September 2007 19:04

Gebt dem Hirten ein Zweitbuch!

Georgy Koentges (Koentges)

Meisners Tollpatschigkeit zeigt Unzufriedenheit mit einer säkularen Gesellschaft, die er nicht versteht. Trennung von Ritus und Kultus/r, nach ihm Ursache von 'Entartung', ist auch Ursprung antiker Philosophie, die es später dem Christentum ermöglichte, erwachsen zu werden und sich eine geistige Vergoldung zuzulegen, von der auch Meisner zehrt, wenn er ungelenk mit aquinatischen Denkformeln hantiert. Hätte er Camus gelesen, wüßte er um die Moral des Atheisten, der alleinige Verantwortung fuer sein Fehlen übernimmt. Gewalt korreliert weniger häufig mit Atheismus als mit einer Religion, die dem Aggressor metaphysische Immunität erteilt. Ob Meisner und die Nazis ähnliche Geschmacksaussagen träfen angesichts eines Picassos, soll dem Vergessen der Geschichte überlassen sein. Mit etwas Bildung sähe er, daß seine Kirche seit jeher zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion oszillierte, so daß sogar Atheisten Spaß an Kirchenfenstern haben. Er wüßte um Suger, Cluny, Thomismus, Nominalismus und deren Wirkungen bis in die Moderne und hätte allen eine Debatte seines Niveaus erspart. Sein Mißverstehen verdient das Mitleid aller säkularen Apostaten verkrümmten Herzens. Man wünscht dem Herrn ein Zweitbuch und eine Nachhilfestunde beim Pontifex.

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22. September 2007 17:09

unverschämtheit

Jens Best (JayyBe)

Dieser Meisner ist wirklich unerträglich. Seine “Entschuldigung” in der FAZ ist ein Affront gegen alle die ein verantwortungsvolles und ethisches Leben führen OHNE Gott.

Ich zitiere diesen Herrn: “es sei eine “Pervertierung” des Menschen, wenn er seine “Identifikation auf Gott hin vergisst und dadurch zum Ohne- Gott oder gar zum Antigott wird.”

Was soll ich denn jetzt davon halten? Ich fühle mich als Bürger, der frei ohne Gott lebt, seine Kinder erzieht und an der Gesellschaft teilnimmt, zum Unmenschen erklärt.
Was soll diese Anmaßung der religiösen “Führer”, dass nur ein gottesfürchtiges Leben ein gutes Leben ist. Im Klartext sagt Meisner nach wie vor, dass ich also “entartet” bin. Langsam werden die Katholiken so unerträglich.

PS: und dann wieder dieses Gleichstellen aller Gottfreien mit den Verbrechern des 20. Jahrhunderts. Man sollte ernsthaft überlegen, ob man diesen Mann wegen Verleumdung anzeigt.

Zuviel ist zuviel.
The future is Bright.

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21. September 2007 21:53

Erweckung durch transzendierende Trivialität...?

Felix Baur (FelixBaur)

"Die Kunst ist eine Lüge, die uns die Wahrheit erkennen läßt"...

Die raffiniert infantile Optik des SmartiesDesignes vom Domfenster wirft sicher einen Schimmer von Gottes Schöpfung auf das reflexive Auge des "Kenners". Aber in Fatima hatte sich Gott bereits durch nachhaltig verstörende Intensität eines unüberbietbaren Farbenreigens der Menschheit durch die Mutter Gottes geoffenbart!

Jedoch sollten wir nicht eine wabernde Wolke von Gottes Güte durch das Universum ziehend erahnen; wäre es so, hätten sich nicht Generationen von Märtyrern für die Einsetzung einer gewissen Frohen Botschaft von den Löwen fressen lassen müssen... Tatsächlich ist der christliche Gott nicht irgendwie inflationär unter uns; der Abgrund muß durch aktiven Glauben überwunden werden.

Deshalb läßt sich ein Christ auch nicht wie die Pantheisten, oder passiv die Tiere, in einem säkularen Waldfriedhof verscharren; vor allem in welchem Glauben! wir leben, steht und fällt unsere "ewige Seligkeit".

Wenn es unserem kreativen Intellekt überlassen ist, welche Message wir im säkularen Domfenster "erblicken", dann kann dieses doch das Gemüt in jedem beliebigen ZweckRaum mit seinen transzendierenden Schwingungen erhellen...

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20. September 2007 11:31

Missverständnis?

Daniel Kiecol (dkiecol)

Wie eigentlich stellt sich Kardinal Meisner den "Dialog von Kirche und säkularer Gesellschaft", den er angeblich fördern will, vor? Mit welchem Recht will dieser Mann mir, einem Künstler, vorschreiben, was ich von Gott zu denken habe und wie ich ihn darstellen darf oder nicht? Das ist keine Verteidigung des wahren Glaubens, sondern einzig unchristlicher Hochmut und ebenso unchristliche Intoleranz (Das beides in der Geschichte der Kirche eine große Rolle spielte, steht auf einem anderen Blatt). Nicht dass Meisner keine Ahnung, auch keine Vorstellung von Kunst besitzt (und zwar weder von moderner noch von traditioneller, wie überzeugend nachgewiesen wurde), ist ihm vorzuwerfen, sondern die bewusste, absichtsvolle Spaltung der Gesellschaft, die er offenbar im Auge hat. Nicht mehr lang und es wird hier sein wie in der Türkei. Nur dass ich keine deutsche Fahne aus dem Fenster hängen werde - nicht, um für das Recht auf meinen Un-Glauben zu kämpfen, sondern für die Freiheit, gegen diese mittelalterliche Kirche sein zu dürfen.

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20. September 2007 01:48

Wenn wir uns von Gott entfernen

Josef Bujtor (Mramorak)

Es ist durchaus nicht falsch die Kirchenführungen zu kritisieren. Aber diesen "Kritikern" geht es doch nicht um ein Bild oder andere Kunst, auch nicht um eine Kritik an einem kardinal. einige sagen sogar, dass der kardinal in Köln unbeliebt ist. Es gibt leider vielzuviele, die den Anspruch erheben, für die gesamte Menscheit zu sprechen, doch wenigstens für sehr viele. Dabei haben die doch niemanden hinter sich, für die sie reden könnten. Köln hat etwa 700000-800000 Katholiken. Wiefiele Anhänger haben die Gegner des Kardinals? Her mit Zahlen. Ich bin kein katholik, aber ich habe Achtung vor denen, weil sie zu dem stehen, was sie Glauben. Weiter so kardinal!
Als ich in einem kommunistischen Zwangsarbeitlager war, hat ein Miteingesperrter sich of lustig über Gott gemacht. Da sagte einmal ein Aufseher, dass er auch nicht an die Existenz Gottes glaubt. Und was nicht existiert, kann man nicht Kritisieren oder gar anklagen. Das war mein erster Tag in Frieden.
Wenn Got nicht mehr in der Mitte Allerdinge ist, hat nicht Gott sich von der Mitte entfernt sondern wir!

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19. September 2007 21:48

Ultramontanismus des 19. Jahrhunderts

Peter Schwaderer (Einbauschrank)

Aus Meisner spricht die panische Furcht vor der Aufklärung und der Entdeckung des Menschen als Quelle moralischer Autorität. Er sollte nicht erneut Schlachten schlagen, die bereits vor 130 Jahren verloren gingen.

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19. September 2007 21:13

Wenn Gott nicht mehr in der Mitte steht

Josef Bosheck (spitzpassauf)

Die Entgleisung in seiner Rede zur Eröffnung des Diözesanmuseums Kolumba war ja schon schlimm genug, was er aber jetzt in der FAZ als Rechtfertigung nachschiebt, das schlägt doch erst recht dem Faß den Boden aus. Es hätte vollkommen ausgereicht wenn er gesagt hätte :" ICH BEDAUERE AUSDRÜCKLICH DAS IDEOLOGISCH BESETZTE WORT ENTARTET VERWANDT ZU HABEN."
Statt dessen ergeht er sich in verquasten theologischen Ausführungen, die alle Menschen beleidigen, die kein christliches Gottesbild haben. Da ich das Gottesbild des Herrn Meisner nicht habe, diesen "Gott" was immer das sein mag, also aus meiner Mitte verbannt habe, bin ich ein UNMENSCH. Diese Schlußfolgerung ist genau so hirnrissig, wie die Schlußfolgerung das die Kunst entartet, wenn Gott nicht mehr in Ihrem Mittelpunkt steht.
Erschreckend ist für mich, dass so eine offensichtlich intellektuell unterbelichtete Figur wie Herr Meisner, in so ein exponiertes Amt gelangen kann. Dazu muß man sich aber auch mit dem letzten Papst befassen und der Geschichte der Ernennung des Herrn Meisner's. Das Erzbistum Köln war, wenn ich mich recht erinnere, nicht sehr glücklich damit. Die Gefühle haben viele Katholiken damals nicht getrogen. Die Diözese hat an ihm ihr eigenes Kreuz zu tragen.

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19. September 2007 19:32

Wir sollten Meissner dankbar sein

Eberhard Wetzig (ebsw)

für die Offenheit, mit der er uns die "ethischen" Grundsätze des Christentums vorführt. Nun kann auch der Letzte sehen, welch menschenverachtendes Ungetüm diese Ideologie ist. Denn Meissner hat den Boden des Christentums nicht verlassen, er schöpft nur aus "göttlichen" Quellen. So aus Psalm 14: "Die Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott. Sie taugen nichts und sind ein Greuel mit ihrem Wesen; da ist keiner, der Gutes tue." Oder Römer 1: "Und gleichwie sie nicht geachtet haben, daß sie Gott erkenneten, hat sie Gott auch dahingegeben in verkehrten Sinn, zu tun, was nicht taugt,
voll alles Ungerechten, Hurerei, Schalkheit, Geizes, Bosheit, voll Neides, Mordes, Haders, List, giftig, Ohrenbläser, Verleumder, Gottesverächter, Frevler, hoffärtig, ruhmredig, .usw. usf."
Kein Wunder das im Westen der Republik auch ein M. Hohman anno 2003 Wählerstimmen bei naiven christlichen Gemütern zu gewinnen glaubte mit der Behauptung: "...Mit Fug und Recht aber kann man sagen, die Gottlosen mit ihren gottlosen Ideologien sind das Tätervolk des letzten, blutigen Jahrhunderts..."
Da kann ich nur noch mit Goethe antworten: "Ein Sumpf zieht am Gebirge hin, verpestet alles schon Errung'ne. "

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19. September 2007 13:13

Erkenntnis

Dirk Sternberg (crescendo)

Tja, ihr Schäfchen, katholische zumal, da kommt ihr ganz schon ins Stottern in Zeiten enthemmter Plapperei, ob da nun Hermann oder Meisner draufsteht. Oder haben wir es vielleicht verlernt, in einem Rausch der Beliebigkeit, der Selbstverblödung zu einer Kunstform erhebt, Werte und Bedeutung zu erkennen, Orientierung zumal, PISA hin Einfalt her? Ist es nicht am Ende Pflicht derer, die im Lichte stehen, den Finger zu erheben und nicht nur auf die eigene Stirn zu zeigen, mag das auch noch so irritieren und verärgern. Erkenntnisgewinnung funktioniert nur in der Gegensetzlichkeit einer Wahrnehmung, die gelegentlich auch schriller Töne bedarf, seine Eminenz sei dank.

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19. September 2007 09:16

Klarheit der Sprache

Reinhard Bimashofer (bimashofer)

In Österreich lebend, habe ich mir oft und gern Beiträge von Kardinal Meisner in den diversen Medien aufgehoben. Brillant in Sprache und Geisteshaltung ist dieser so gottverbundene Mitmensch eine Fundgrube für alles mögliche, bestimmt jedoch keine Missverständnisse. Es sei denn, jemand sucht dieses Missverständnis.
Wir sprechen von artgerechter Tierhaltung. Vielleicht finden wir auch beim Menschen zum Artgerechten, zum Liebevollen, ja wieso nicht zum Gottvollen.
Kardinal Meisner ist dazu ein auserkorener Vermittler. In der Tradition von Jesus Christus, der von gewissen Kreisen auch „missverstanden“ wurde.

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19. September 2007 09:07

"Entartete katholische Kirche" ?

Markus Teuber (arathorn)

Die (katholische) Kirche wird NICHT durch einen einzelnen Kardinal repräsentiert oder durch dessen Ansichten geformt !
Die (katholische) Kirche baut sich aus einer Vielzahl von
Gläubigen,Priestern,Mönchen und Schwestern,Laien und
unterschiedlichen Gruppen auf.
Hier wird offenbar wieder etwas bewußt (!) falsch verstanden,um die eigenen Vorurteile gegen die (katholische) Kirche bestätigt zu sehen.

Und meine Lebenserfahrung sagt mir,daß es sich dabei um die gleichen Personen handelt,die bei der Vorveruteilung anderer Religionen - welche durch das Handeln von Personen manchen Schaden nimmt- (gegenwärtig zB der Islam) wütend Protest schreien.
Auch ein Kardinal hat ein Recht auf eigene Ansichten und auch das Recht darauf,diese zu äußern.
Wenn er das tut,spricht er noch lange nicht für die katholische Kirche,sondern ersteinmal für sich .


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18. September 2007 22:25

Hetzjagd auf den römisch-katholischen Bischof Meisner

Bernd Langhein (begukula)

Wenn wir schon beim Vergleich mit dem Nationalsozialismus sind, sind vielleicht die Methoden, mit denen gegen Herrn Meisner gehetzt wird, mit üblen Propagandamethoden, mit denen Nationalsozialisten und Kommunisten Andersdenkende, so auch bekennende Christen, verfolgt haben, vergleichbar?

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18. September 2007 22:14

Der Kardinal vun Kölle

gisbert heimes (gisbert4)

In Köln erlebt jeder irgendwann mal sein humoristisches Coming out. Auf vertrackte Weise kann das auch einem Berliner Würdenträger widerfahren. Der Vorgang ist eher harmlos und löst diesen leicht zänkischen kölsche Verzäll aus.

In der Sache vollzieht der Kardinal nur den üblichen kirchlichen Spagat: er geißelt die Gottesferne einer libertären Konsumgesellschaft, nicht diese selbst. Denn auf deren Boden fristet auch seine Kirche ihre Existenz.

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18. September 2007 21:43

unerträglich

Jens Best (JayyBe)

unerträglich

Dieser Meisner ist wirklich unerträglich. Seine "Entschuldigung" in der FAZ ist ein Affront gegen alle die ein verantwortungsvolles und ethisches Leben führen OHNE Gott.

Ich zitiere diesen Herrn: "es sei eine "Pervertierung" des Menschen, wenn er seine "Identifikation auf Gott hin vergisst und dadurch zum Ohne- Gott oder gar zum Antigott wird."

Was soll ich denn jetzt davon halten? Ich fühle mich als Bürger, der frei ohne Gott lebt, seine Kinder erzieht und an der Gesellschaft teilnimmt, zum Unmenschen erklärt.

Was soll diese Anmaßung der religiösen "Führer", dass nur ein gottesfürchtiges Leben ein gutes Leben ist. Im Klartext sagt Meisner nach wie vor, dass ich also "entartet" bin.
Langsam werden die Katholiken unerträglich.

PS: und dann wieder dieses Gleichstellen aller Gottfreien mit den Verbrechern des 20. Jahrhunderts. Man sollte ernsthaft überlegen, ob man diesen Mann wegen Verleumdung anzeigt.

Zuviel ist zuviel.
The future is Bright.

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18. September 2007 21:42

Katholische Kirche entartet?

stefan martin (Stefanodinmartin)

Immer wieder, wenn ich Äußerungen aus dem Spektrum des deutschen Katholizismus höre, kommt es mir vor als stünde gerade diese Institution dem Gott/ der Göttin ferner als jeder noch so säkularisierte "moderne" Mensch. Sieht man nicht die manipulative Grundgeste dieser Kirche, die gerade darin das erste geistige Gesetz Gottes, nämlich das der Freiheit jedes Wesens, gründlich verletzt durch all ihr weltliches Regelwerk?
Gerade dadurch daß diese Kirche sich für stellvertretend hält, befindet sie sich in der größtmöglichen Verblendung über sich selbst. es wird höchste Zeit, daß sie endlich zur Bedeutungslosigkeit herabsinkt, die immer irgendwann die Verblendeten ereilt hat.

Stefan Martin/ Dresden

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